Fake Reggae

Ohne Zweifel ist man ganz schön selbstbewusst, man man einen der größten deutschen Pophits der letzten 250 Jahre stilgerecht covern möchte. Den Beatsteaks ist das nicht zu schwer, selbst nach dreijähriger Abstinenz nicht. Die Jungs kommen demnächst mit einer neuen EP um die Ecke und "Monotonie" ist der erste Vorbote für das Minialbum.
Die Beatsteaks haben nicht viel am Original geändert, alles andere wäre ja auch Frevel. Andererseits ist es auch mutig, denn man sieht den Beatsteaks an, dass die Reggae Moves nicht zu den Stärken der Kapelle gehören. Sieht ein wenig nach Stock-im-Arsch-Skank aus. Aber egal, denn schön ist natürlich auch, dass die Tantiemen für Ideal nun sicher anschwellen werden und Annette Humpe ein wenig die Rente aufbessern.
"Monotonie" findet ihr auf "In the presence of", dem kleinen Album der Beatsteaks, das am 11. Dezember erscheint und voller Coverversionen von Songs sein wird, die ehedem von Sängerinnen eingespielt wurden, auf die die Beatsteaks richtig abfeiern.

www.beatsteaks.com

Still got the Blues

Wir haben an dieser Stelle schon einmal behauptet, dass die Jungs von Blackbird Mantra mit Sicherheit ein paar Alben von The Doors in der Plattenkiste haben. Überhaupt haben sie bestimmt Plattenkisten. Anders ist dieser schöne 70er Sound kaum zu erklären, den Blackbird Mantra nun auch auf ihre Debüt-LP "High and dry" gepresst haben. Kerniger Bluesrock mit angenehmer Rauch- und Rauschkomponente. Die richtige Dosis Psychedelik, ein bisschen Folk, getragen von nicht geschonten Gitarren und orgelnden Orgeln. Aber keinesfalls Altherrenmusik. Blackbird Mantra kennen zwar das Gute von Gestern, machen daraus aber modernen Hamburger Blues.
Das Debüt von Blackbird Mantra erscheint morgen bei La Pochette Surprise. Das feine Hamurger Label ist inzwischen eine sehr gute Adresse für 60s und 70s Sound, Kraut und Psychedelic.

www.instagram.com/blackbirdmantra

Reggae Revolution

Es bleibt wie es immer war. Sagt mir eine Musik, die Anklagen über soziale Ungerechtigkeit, über kranken Kapitalismus, über Rassismus und Ungleichheit besser transportiert ale Reggae. Daher ist die neue Single von Greentea Peng ist ganz starkes Stück voll mit tough bass und tight drums, gespickt mit conscious lyrics. Auch wenn Reggae nicht das Hauptaufgabengebiet von Greentea Peng ist, erinnert "Revolution" an große Zeiten britischer Reggaebands.
Die Londonerin macht dabei erneut nachdrücklich auf sich aufmerksam, wie mit einigen Stücken in letzter Zeit, die das Talent der jungen Frau in Sachen R'n'B, Soul, Trip und HipHop deutlich machten. Doch gerade mit dem Reggae Sound von Revolution gelingt Greentea Peng eine wunderbare Einheit mit der zentralen Aussage des Songs: "Revolution" stellt die Frage, wessen neue Welt wird es sein?

So, whose revolution?

www.instagram.com/greenteapeng

Die Tanzfläche brennt!

soul central workitoutStellt euch einen schönen Piano House Track der 80er vor, der versucht einen Disco Song zu kopieren. Das ist die Beschreibung von "Work it out", die uns das Duo Soul Central zu ihrem neuesten Track liefern. "Work it out" ist ein Tanzflächenkracher allererster Güte, der neben den beschriebenen Einflüssen tief im Soul der 60er und 70er verwurzelt ist. Das mag auch an der Mitarbeit von Gospelsängerin Jennifer Wallace und den Leuten von West Loop Chicago liegen. Doch vor allem anderen liegt es an der Kernkompetenz von Paul Timothy und Matt McKillop aka Soul Central, die jetzt schon seit 20 Jharen blitzsauberen House verkaufen.
"Work it out" ist nun frisch bei Tru Thoughts veröffentlicht und schickt sich an, ein weiterer classic cut von Soul Central zu werden. Das sind sechs ganz coole Minuten, die ihr euch hier anhören könnt. Und unbedingt solltet!

www.facebook.com/soulcentral.official

In nassen Anzügen

Ein Händchen für feine Synthie-Pop-Songs beweisen Dote aus Essen. Dort, wo in der Vergangenheit mit Dampfhammer und Schrämmlader Kohle und Stahl bearbeitet wurden, verschreiben sich die vier Jungs von Dote dem verträumt-melancholischen Pop mit verschärftem Gitarreneinsatz. Dass Dote der Vergangenheit nicht ganz entkommen können, beweist der Clip zum neuen Song "Bedroom", der mit ehrlicher Ruhrgebietsromantik aufwartet, wie beispielsweise der hübsch-hässlichen Mülheimer Innenstadt. Darüber hinaus aber einen echt tanzbaren Sound besitzt, den man derzeit leider nicht gemeinsam abfeiern kann.
"Bedroom" ist eine weitere Veröffentlichung aus der dritten EP, die für das kommende Frühjahr geplant ist. Es wäre den Jungs zu gönnen, wenn sie dann mit der EP im Gepäck durch die Lande ziehen könnten.

www.dotemusic.com

Seid mit den Middle Kids

Prägnante Gitarren und dieses charmante Retroflair zeichnen die Middle Kids aus. Spätestens nach der 2019-EP "New songs for old problems" ist die australische Band vielen als gute Adresse für gepflegten Indie-Rock bekannt. In ihrer Heimat hat sich das noch schneller herum gesprochen. Dort füllte das Trio nach kurzer Zeit bereits Hallen jeder Größe.
"R U 4 me?" folgt nun als erste Single nach der letztjährigen Veröffentlichung. Ein energiegeladener Song, der trotzdem diese gewisse Melancholie in sich trägt, welche als Markenzeichen der  Middle Kids taugt. Denn trotz krachenden Drums und teils brachialen Gitarren transportiert "R U 4 me?" eine Botschaft von Einsamkeit in Gemeinschaft und der Suche nach dem Platz, an den man gehört.
Diesen Platz suchen die Middle Kids in Coronazeiten genauso wie viele viele andere Bands. Für einen kurzen Augenblick findet die Band ein Plätzchen im Eveleigh Paint Shop, einem verlassenen Kaufhaus in Sydney. Dort wird ein Konzert der Middle Kids aufgezeichnet, welches heute per Stream in die ganze Welt geht. Tickets dafür gibt es hier.

www.middlekidsmusic.com