Angenehmen Flug mit dem Space Captain

"All flowers in time" heißt das erste Album von Space Captain und es ist tatsächlich ein schöner Strauß an Melodien und Sounds. Wie ein seichte Welle schwappt Space Captains Musik in eure Ohren. Jazziges Ambiente mit freundlichen Gitarren und ein wenig Elektronik, gekonnte Trompeten und Saxophone, selbstverständlich Fender Rhodes und die eindringlich-angenehmen Vocals von Maralisa Simmons-Cook produziert die New Yorker Band am laufenden Meter. Und auch wenn die Musik völlig auf der Höhe ihrer Zeit ist, fühlt man sich beständig an ein unklares Früher erinnert.
Dringend zu empfehlen ist der Erwerb des Vinyls, denn das charakteristische Knistern gehört unbedingt zu "All flowers in time".

www.spacecaptainband.com

Endlich wieder schönen guten Tag

Hier lebt die goldene Zeit des deutschen HipHop auf, damals in den 90er klang das doch ganz anders als heutzutage. MC Bleistift, MC Schreibmaschine, Dr. Podwich, Streichholz MC, Masta Maik, Flowbotta, Fanta Yokai und DJ Ratzefummel erledigen das für euch. Sie sind das Verbale Style Kollektiv und fummeln in den Plattenksiten der Eltern rum. Und so werden Musikliebhaber einige Perlen der Musikgeschichte in den samplelastigen Beats von Fanta Yokai wiederfinden, der für die Produktion vielen vergessenen Genies von damals ein Denkmal baut.

"Schönen guten Tag" ist die erste Single von VSK aus dem am 10. August erscheinenden Album "Wo die wilden Kerle flowen". Das Verbale Style Kollektiv feiert die Werte, für die ihre geliebte Kultur früher einmal stand: Peace, Love, Unity & Havin Fun!

 

 

Licht aus, Spot an!

TedLo ist so jung, dass er noch nicht geboren war als die Musik im Fernsehen lief, die er heute wieder aufleben lässt. "Lemonade" gräbt sich bis in die 70er zurück als die Bands Sweet und Bay City Rollers und der uncoole Moderator des Musikfernsehens Ilja Richter hießen.

Vielleicht hat TedLo das von den Eltern, mit denen er behütet in Sommerset aufwuchs. Nach ersten Erfahrungen in der heimischen Schulband ging es schnell nach Bristol zum Musikstudium. Dort vertiefte er seine Vorlieb für elektronische Musik. Seine digitalen Erfahrungen fließen in die heutige Musik TedLos ein, aber genauso bedient er sich analogen Instrumenten. Und dabei kommt eben so etwas wie "Lemonade" heraus.

Das hört man sich an und fragt sich, in welche Untiefen unserer Musiksozialisation uns TedLo demnächst führen wird.

www.facebook.com/tedlomusic

Miss Baas spricht unviserval language

Die Russin mit dem jamaikanischen Ghettoslang bastelt derzeit heftig an ihrem Debütalbum "F.ROOTS". Auf ihren letzten EP "M1553225" hat die Miss bereits bewiesen, dass sie in der Lage ist, Reggea und Dancehall mit Pop und Bass music zu verschmelzen. Im neuen Video "M.A.D.L. (Music a de language)" mixt sie auch diverse Sprachen zusammen für die universelle Botschaft. Global Bass Music! Da ist es doch prima, dass es lyric videos heute so in Mode sind.
"M.A.D.L. (Music a de language)" ist der Appetizer für das kommende Album und macht noch lange nicht satt!

www.facebook.com/missbaas

Party in der Banlieu

Wenn das Pariser Produzentenduo The Blaze im September das Debütalbum "Dancehall" veröffentlicht, dann sind sie bereits bekannt wie bunte Hunde. Denn mit ihren emotionalen und komplett in Eigenregie realisierten Musikvideos zu Tracks wie „Virile“ haben die beiden Cousins im vergangenen Jahr weltweit für Furore gesorgt und gleich mehrere Preise abgeräumt.
Der Elektropop von The Blaze mit Anklängen an Techno und House ist Partymusik zur Feier der Jugend, aber in einer anderen Art auch mitfühlend und bewegend. Die Süddeutsche sprach gar von einer neuen arabischen Pop-Ästhetik. Insofern ist der Titel des kommenden Albums irreführend. Denn "Dancehall" hat nichts mit der jamaikanischen Reggae-Variante zu tun, sondern meint den Dancefloor als Ort, wo Menschen zusammenkommen und Party machen. Und dort kommt man an der Musik von The Blaze bald nicht mehr vorbei.

www.theblazeprod.com

Heißer Tanz mit J-Felix

j felix 38Bristol-born and Brighton-based, das ist die knackige und alliterative Charakteristik von Joe Newman alias J-Felix. Der Mann ist uns bereits seit längerem bekannt für den fachkundigen Mix von Hip Hop und Dubbeats mit Soul, Funk und Jazz.
Heute veröffentlicht J-Felix seine neue Single und darauf findet sich mit "J-freq" ein Discokracher alter Schule. Aufgenommen in Jimmy Days analogem Studio in Brighton mit klassischem Discobass und betagten Synthies hat J-Felix am Ende noch einmal alles durch das SSL-Desk gejagt, diesem analogen Kompaktmixer, damit es so richtig schön nach 70er/80er klingt.

Bald könnt ihr "J-freq" sicher auf J-Felix' Soundcloud-Präsenz hören und dann aber ab unter die Glitzerkugel!

Denas so wrong ist so richtig

Dena sowrongErst vier Jahre ist es her, dass Dena das erste Album "Flash" veröffentlichte, doch ist sie vielen Leuten so sehr ans Herz gewachsen als sei sie schon immer da gewesen. Ihren Heimwerker-Pop hat sie über die Jahre weiter entwickelt, ohne sich und ihrer Idee untreu zu werden. Genauso möchte man doch seine Lieblingsband haben. Es soll schon wie am Anfang bleiben, aber auch nicht langweilig werden.
Dena schafft das. Da kann man sich sicher sein, wenn man nun den ersten Song des neuen, im September erscheinenden Albums hört. "So wrong" ist die alte und eine neue Dena. Ein neuer, feister Sound, der da aus den Speakern treibt. Ein Song, der mit Understatement protzt, aber astrein  - dieses Mal von Dena höchstselbst - produziert ist, um das gewohnt klare Songwriting der der jungen Berlinerin zu akzentuieren.
"So wrong" macht die Zeit bis September richtig lang, viel zu lang bis man endlich das neue Album "If it's written" in den Händen hält.

www.denafromtheblock.com

Ebony Bones: Nein zu nationalistischem Gefasel

Die britische Künstlerin Ebony Bones hat den 50. Jahrestag der sogenannten "Rivers-of-blood" Rede des britischen Konservativen Enoch Powell zum Anlass für den Song "No black in the Union Jack" genommen. Powell hat damals die nationalistische Schwafelei vorweg genommen, mit der wir uns in den heutigen Zeiten von Trump, Orban, CSU und AfD tagtäglich herumärgern müssen. Ebony Bones hält Powells Rede von 1968 für "die am meisten aufwiegelnde rassistische Rede im modernen Großbritannien".

Es fällt Bones daher nicht schwer, in "No black in the Union Jack" das alte Geschwätz Powells für die aktuelle Diskussion aufzubereiten. Dafür wurde das Video in Großbritannien gleich mal zensiert. Hier könnt ihr das Stück vom neuen Album "Nephilim" mit dem treibenden Jungle-Beat aber noch in voller Länge bewundern.

www.iamebonybones.com

Afterwork - The Haermorrhoids

haermorrhoidsTatsächlich sollte euch diese Band interessieren, selbst wenn man mit Furunkeln am Hintern nicht Schönes in Verbindung bringt. Aber hier geht es gar nicht um schöne Musik. Hier geht's um Punk. The Haermorrhoids aus Hamburg sind schratige Gitarren, krachendes Schlagwerk und Geschrei. Nils, Greg und Yannick bezeichnen sich bereits vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Apparatus of the ultimate power" am 13. Juli als Hamburgs größte Garage Skate Punk Band. Das Album erscheint bei La Pochette Surprise Records und vorab gibt es jetzt die erste Single "Mind of a douchebag".

Und bis Juli machen wir uns mal Gedanken, ob der Bandname die kleine orthografische Ungenauigkeit versehentlich trägt oder ob uns das etwas Bestimmtes sagen soll.

www.thehaermorrhoids.bandcamp.com

Foto: Vanessa Fehst

Ungelogen Pari San

Parissa Eskandari und Paul Brenning haben sich Pari San ausgedacht. Er der kühle Kopf für die Elektrosounds der Band, sie die ekstatische Frontfrau. Parissa sorgt fürs Hinhören mit ihren facettenreichen Vocals, die an alles denken lassen vom arabischen Muezzin bis zum norwegischen Jazzer. Dazu die Beats von Paul, die manches Mal so wunderschön an die Achtziger erinnern.

Dazu schadet es den beiden Berlinern (natürlich!) in diesem Geschäft bestimmt gar nicht, ein so stylishes Bild abzugeben. Aktuell am Start ist die Single "Lie", Vorbote für das Debütalbum "R.I.P. Identification", das für Anfang September geplant ist. Follow them.

www.pari-san.de

Hören und archivieren? Auf keinen Fall!

Sudan Archives einfach ins Regal stellen? Im dunklen Archivkeller? Geht gar nicht. Die Frau mit Geige aus Los Angeles bleibt - einmal gehört - im Kopf und in letzter Zeit in aller Munde. Letztens hat sie für Aufsehen beim Maifeld Deby in Mannheim gesorgt. Bei unruhr haben wir euch schon im letzten Jahr vor der Frau gewarnt, die zwar meist allein, aber mit Wucht auftritt. Der ein oder andere von euch wird das letzten November in dieser  Hotelbar in Düsseldorf gesehen haben.
Jetzt ist seit ein paar Wochen die neue EP "Sink" draußen, die Sudans Ruf weiter manifestiert. Und jetzt endlich auch das Video zur aktuellen Single "Nont for sale". Black and proud. Wow!