Die Soundschrauber von Swutscher

Ihr Zuhause ist die Kaschemme. Ihr Sound ist der aus der Garage. Wir haben Swutscher lieben gelernt seit ihrem Debüt-Album "Wilde deutsche Prärie". Nun bereiten die Hamburger Komasäufer das nächste Ding vor. Im Herbst soll es die neue EP "Senf" geben. Vorausschauend wird deshalb jetzt eine aktuelle Single vorgestellt. "Auf Achse" reflektiert anscheinend noch einmal die Erfahrungen der letzten Tour.
"Auf Achse" ist ein rockiger Swutschersong, der alles hat von Gunter Gabriel bis Marius Müller-Westernhagen. Und wenn die Jungs den Refrain grölen, hört sich das an wie "wir sind erwachsen". Aber nein, das kann nicht sein, ganz und gar nicht...

www.swutscher.limitedrun.com

Nordwestjazz mit Jarman-Pinto

Als kleines Mädchen musste Bryony Jarman-Pinto ihren Eltern von London ins nordenglische Penrith folgen, was einem Kulturschock gleichkommt. Bryony verschrieb sich vielleicht aus Verzweiflung der Musik, was nahe lag, denn ihre Eltern sind beide Musiker.
Wesentlichen Einfluss auf Jarman-Pintos Karriere als Musikerin hatten allerdings nicht die Eltern, sondern Tom Leah, den sie beim Studium in Glasgow kennenlernte. Leah, den man in der Szene als Werkha kennt, überzeugte Bryony von ihren Qualitäten als Sängerin. Als solche tauchte die junge Britin bereits in verschiedenen Werkha-Tracks auf.
Jetzt haben sich die beiden für Jarman-Pintos Debütalbum zusammengetan. "Cage and aviary" erscheint morgen und ist fokussiert auf modernen Jazz. Der Jazz ist das Herzstück des Albums, der aber von elektronischen Sounds begleitet wird. Und so stehen Samplers und Loopers neben jazzigen Vokalimprovisationen und analogen Instrumenten. "Sun kissed" ist ein Track des Albums, der Sound eines entspannten Sommertags mit angenehmer Stimme und Saxophon in trippiger Atmosphäre.

www.bryonyjarmanpinto.com

Coole Schnäuzer

Die Parcels aus Australien beweisen es seit einiger Zeit: Cooler Soul und fetzige Discoklänge haben Hochkunjunktur in Deutschland! Die Welt braucht halt Schnauzbärte und Schlaghosen. Rikas aus Stuttgart waren sicher glücklich über den Steigbügelhalter aus Australien. Aber jetzt sind die vier schwäbischen Jungs allein unterwegs und legen ihre erste Single "Fanny pack party" vor. Der Clip spült längst Vergessenes zurück ins Hirn: Starsky & Hutch, Magnum, Ilja Richters Disco.
Rikas zelebrieren massive Lässigkeit an der Grenze zur Lächerlichkeit. Doch der Sound ist unwiderstehlich. Im Herbst steht das Debüt-Album an, das passenderweise "Showtime" heißen wird und dazu zieht die "Swabian Samba Tour" durch deutsche Clubs.

www.rikasband.de

 

Stil und Ambiente ist unbezahlbar

Doch in dieser Hinsicht ist das neue Album von Tora ein echtes Schnäppchen. Stilvoll und voller Atmosphäre ist "Can't buy the mood" geworden. Das Album zielt in die gleiche Richtung wie der bemerkenswerte Vorgänger "Take a rest", aber deutlich eingedampfter, konzentrierter. "Can't buy the mood" bringt Toras Musik noch besser auf den Punkt.
Die vier Herren aus Byron Bay überzeugen mit elegantem Pop, der mit Soul-Mustern genauso spielt wie mit Electroklängen. Die 13 neuen Stücke bewegen sich zwischen enormer Vielschichtigkeit und erfrischender Einfachheit. Musik mit tiefreichender Oberflächlichkeit.
"Can' t buy the mood" erscheint morgen bei eightydays Records und ist entgegen dem Albumtitel absolut käuflich und eine gute Geldanlage.

www.toramusic.com.au

Pure Provokation, Papi?

Während man sich noch fragt, welche Assoziationen der Bandname Gaddafi Gals denn wohl provozieren soll, lässt die Musik des Trios Gedanken explodieren, lässt sie kreisen um Namen von Kelela über Abra bis hin zu Erykah Badu.
Die Gaddafi Gals produzieren flirrend-fragilen Avantgarde Hip Hop mit R'n'B- Einschlag und werden dafür abgefeiert. Das britische i-D Magazin hält die Gaddafi Gals für "the only german rap trio you need" und unzählige Andere trauen den Dreien den internationalen Durchbruch zu. Dafür reichte bereits die Debüt-EP "The death of Papi", die im letzten Jahr den Ruf der Münchner Gals als modebewusstes Gesamtkunstwerk manifestierte. Die aktuelle Single "Hit on me" gehört zum kommenden Album "Temple", das als esoterisch-futuristisch polternder Soundentwurf für Ende September angekündigt ist. Spannend!

www.gaddafigals.com

Kölner Krabbelgruppe

Und vielleicht haben sich der Levin, der Luca und der Leon tatsächlich um die Jahrtausendwende in der Kita Köln-Widdersdorf kennengelernt. Doch ist es ohne Zweifel cooler, den Gründungsmythos von Sparkling in die Zehnerjahre und nach London zu verlegen. Zumindest wenn man was werden will in der Indie-Szene. Und das haben Sparkling definitiv geschafft. Das Pariser Kultlabel Kitsuné hat den Track "We don't want it" auf einen Labelsampler gehievt. Ein Ritterschlag!
Und das bestimmt nicht nur, weil Sparkling in den Lyrics englisch, deutsch und auch französisch mischt, sondern eher weil die Combo unwiderstehlich treibenden Pop macht mit eindeutigen Zitaten aus den Achtzigern wie beispielsweise die herrlich eiernde Gitarre im Intro von "We don't want it" (ist Kralle Krawinkel tatsächlich schon tot?). Und auch die Videoästhetik hat was von gestern.
Doch nichts liegt Sparkling ferner als das Abfeiern des Vergangenen. „Du willst, dass alles gleich bleibt? Für immer, alles gleich bleibt? Wir gehen zurück in der Zeit... We don’t want it!" Wir schauen also voraus: Das erste Album von Sparkling kommt am 23. August und wird "I want to see everything" heißen.

www.sparklingofficial.com

Fragile!

Oh Gott, hoffentlich zerbricht mir diese Sounddatei nicht! Es scheint wieder einmal unglaublich zerbrechlich, was Moonchild uns ganz aktuell vorlegt. "Too much to ask" ist die neue Single des Trios aus Los Angeles. Der Track verbindet sanft-sanften Gesang mit einem schüchternen E-Piano, einem reizenden Bisschen Gitarre und einer Prise Ukulele in der kernkompententen Mischung Moonchilds aus Newschool Jazz und Soul.
"Too much to ask" markiert die Wiederkehr von Amber Navran, Max Bryk und Andris Mattson nach ihrem erfolgreichen 2017-er Album "Voyager". Zudem kündigt "Too much to ask" die kommende LP von Moonchild an: "Little ghost" soll am 06. September erscheinen. Wenn's vorher nicht zerbricht...

www.thisismoonchild.com

Marvin mit Trainingshose und Bockwurst

Ist das Marvin? Nein, der schmierige Typ im Clip ist Sascha Utech, der eigentlich nichts mit wearemarvin zu tun hat, sich jedoch genau wie die drei Jungs von wearemarvin in der Hamburger Szene rumtreibt. Utech, der Frontmann der Kiezband Swutscher, ist immer eine gute Wahl für ein Musikvideo, dachte sich auch die Marvinband.
Zack: Verpflichtet für die visuelle Umsetzung der aktuellen Single von wearemarvin "Sex on TV". Ein treibender Gitarrensong im Geiste der Strokes. "Sex on TV" ist auf der Debüt-EP von wearemarvin vom März dieses Jahres. Die EP ist jetzt bald durchgespielt. Es wird also Zeit für das Album der Hamburger Underground-Indie-Helden. Wird auf jeden Fall rechtzeitig bei unruhr angekündigt.

www.wearemarvin.bandcamp.com

Vor 50 Jahren

Ja wirklich: 50 Jahre ist es her, dass ein Reggae-Song zum ersten Mal die Spitze der britischen Charts erklomm. Die Meinungen gehen auseinander, ob das nun im April oder Im Juli war, aber es ist tatsächlich passiert und hatte nachhaltige Wirkung für den Reggae. "The Israelites" von Desmond Dekker öffnete die Tür einen Spalt breit, bevor sie Bob Marley wenige Jahre später sperrangelweit aufriss.
Dekkers Song eroberte in jenem Sommer alle Charts in Europa und brachte erstmals das exotische Jamaika auch in deutsche, eichenholzmöblierte Jugendzimmer. Rückblickend muss man sagen, "The Israelites" war der erste internationale Hit aus Jamaika.
Zum Jubiläum stellt Dekkers damalige Plattenfirma Trojan Records einen Remix zur Verfügung, der den Tune in neuem Gewand präsentiert. Crate Classics liefert einen Remix, der die alte und neue Reggaewelt in kerniger Weise verbindet. Die jungen Künstler setzten sich das Ziel, "zwei Generationen von Reggae Music zusammen zu bringen und daraus etwas Aufregendes und Neues zu kreieren". Das hat Crate Classics zweifellos geschafft.
Das Schöne daran ist, dass bei Crate Classics Jamie Rodigan mitwirkt, der Sohn von DJ- und Dancehall-Legende David Rodigan. David hat in den Achtzigern entscheidend an der Verbreitung von Reggae in Deutschland mitgewirkt. Als Radio-DJ beim Sender der britischen Armee in Deutschland (BFBS / British Forces Broadcasting Service) zog er einmal die Woche in die inzwischen kiefernholzmöblierten, deutschen Jugendzimmer ein.

Und so wird der 2019-Remix von "The Israelites" zum Ikonentreffen!

Besoffen baden mit die Cigaretten

Ein Tag am Strand und "dann würd' ich gerne mit dir rumachen", aber das geht nicht, stellen Die Cigaretten fest, weil sie sich nicht trauten zu fragen. Jetzt sitzen die vermeintlichen Norddeutschen allein am Strand und singen irgendwie herrlich besoffen den Refrain des neuen Songs. Und das, obwohl der Clip am Montag gedeht wurde. In St. Peter-Ording!
"Am Strand" ist einfach schöne Rockmusik und begleitet erneut ein nettes low-budget-Video, für das Hardy Krüger jun. und Ralf Bauer leider absagten. Aber schauspielerische Kleinigkeiten haben die Cigaretten auch drauf und deshalb reichte für die Erstellung des Clips die Unterstützung der Berliner Videoartistress Meghan Wright.
Wir von unruhr haben in den letzten Monaten die Jungs mit fast jeder Single in den Himmel gelobt. Es wird langsam Zeit für das Album! Und tatsächlich: Veröffentlichung von "Vibe ride" ist im September. Endlich!

www.facebook.com/dieCigaretten

Seelenstücke - Pieces of a Man

Morgen erscheint endlich das Debutalbum der englischen Soulband Pieces of a Man. Wir haben euch an dieser Stelle bereits heiß gemacht und nicht zu viel versprochen. "Made in pieces" ist ein ausgezeichntes Album geworden. Die 11 Stücke zelebrieren eine absolut zeitgemäße Version von gefühlvollem Soul. Dieser Soul integriert Sounds aus Funk, Gospel, R'n'B und Jazz. Die sechs Jungs aus Brighton erschaffen exzellente Soundstrukturen mit meisterhaften Vocals, mit Rhodes-Parts zum Niederknien, mit göttlichen Bläsern und knarzigen Vocodern sowie cool modernisierten Oldschool-Synthie-Passagen.
Das reißt selbst Produzent Zed Bias aka Maddslinky vom Hocker, der wahrlich schon genug mit gemacht hat, aber dennoch behauptet, dass "es eine der besten Platten ist, bei denen ich in den letzten 20 Jahren dabei war". Vermutlich deshalb ist auch Soul- und Funk-Ikone Amp Fiddler bei einem Track am Start, der sich sonst dafür nicht hergegeben hätte.
Selbst der berühmte britische DJ Lubi empfiehlt Pieces of a Man wärmstens. Wenn euch also zwei Lubis dieses Ding empfehlen...

"Made in pieces" sei euch allen an Herz und Seele gelegt!

www.piecesofaman.org