04/09 BLOODHYPE im FZW Club, Dortmund

bloodhype bandBloodhype bietet krachenden Indie-Rock, der tief tief verwurzelt ist in den 80ern und 90ern.
Auch das Debütalbum "Modern eyes" wartet auf mit mit ballernden Gitarren und kreischenden Synthies. In Bloodhypes Songs hört man immer so etwas wie wilde Jugend. Und das, obwohl die Jugend der Bandmitglieder bereits eine Weile zurück liegt. Diese lag nämlich selbstverständlich in den 80ern und 90ern.
Wessen Jugend ebenfalls in diesen Dekaden lag und wer zu dieser Zeit sein Herz verlor an Bands wie New Order oder Talk Talk, der kommt um Bloodhype nicht herum. Also aufgewacht, Best-Ager! Das FZW lässt auch euch rein.

www.fzw.de
www.bloodhype.com

04/07-29/08 JUICY BEATS PARK SESSIONS im Westfalenpark, Dortmund

juicybeats parksessionsJeder sucht das Gute in der Krise. Manch einer hat in der Zeit die Liebe zum home-office entdeckt, der Andere schätzt seinen Mundgeruch hinter der Maske.
Unruhr hat nun aber tatsächlich etwas Gutes in der Virenzeit entdeckt. Das Juicy Beats in Dortmund findet vielleicht zurück zu seinen Wurzeln. Als feines Festival in entspannter Atmosphäre. Wer  hätte gedacht, im sommerlichen Westfalenpark noch einmal Konzerte mit 350 Zuhörern zu erleben?
Das ist genau die Anzahl, die bei den Sommergigs auf der großen Festwiese zugelassen ist. Gemeinsam mit Dortmunder Clubs haben die Macher des Juicy Beats ein schönes Programm auf die Beine bekommen, das von Roy Bianco & die Abbrunzati Boys bis zu Thees Uhlmann reicht. Das Programm soll laufend nachverdichtet werden. Die jeweils aktuelle Liste findet ihr hier:

www.parksessions.juicybeats.net

Brussels sounds, very tasty

Nicolas Morant und Edouard Gilbert, die von ihren Freunden auch Francis Boys genannt werden, versteigen sich in keine exaltierten Begrifflichkeiten, wenn es um ihr Album geht. Die Beiden, die sich selbst lieber Nikitch & Kuna Maze nennen, betiteln ihr erstes Album "Débuts" und das letzte Stück darauf "La fin". Manches kann so einfach sein.
Nikitch und Kuna kennen sich vom Jazz Konservatorium in Chambery. Da liegt es nah, dass "Débuts" zwischen Jazz und House sehr funky elektrisch groovt. Anklänge an broken beat, ein wenig UK Garage und Detroit House und immer wieder brasilianischer Jazzfunk.
Klar, dass die Chefs von Tru Thoughts aus Brighton auf die beiden Franzosen aufmerksam wurden und sie für "Débuts" unter Vertrag nahmen. An so etwas wie der ersten Single "Hey, this must be deep" kommt man nicht einfach vorbei. Ganz feiner Clubsound in broken beat Manier mit funkiger Basis und zudem eine Hommage an den Dichter und Musiker Gil Scott-Heron.
Nikitch und Kuna haben in in ihrem Proberaum, einen Steinwurf von Bruxelles-Midi, etwas Unwiderstehliches zusammen gemixt und "Débuts" zu einem starken Debüt gemacht.

www.nikitchkunamaze.bandcamp.com

Bleib zuhaus, fuzz mich nicht an!

Das ist keine Strandmusik, was Bikini Beach machen. Wer dazu einen lauwarmen Cocktail schlürfen möchte, dem wird das Glas aus der Hand fallen. Denn die Band aus Konstanz hat sich voll und ganz dem Andenken des Fuzz-Rock verschrieben. Es ist dieser schön verzerrte Gitarrensound, der das neue Album "Atoll" prägt, das am 11. September bei La Pochette Surprise erscheinen wird.
"Atoll" zeigt Keith Richards wo der Hammer hängt. Das "Atoll" ist so voller Riffs und Delays, dass Richards jetzt endlich besser in Rente geht. Wechselnde Leadvocals tragen ihren Teil dazu bei, dass Bikini Beach wahnsinnig vielseitig klingen. Deshalb machen die zwölf Stücke auf "Atoll" richtig Spaß und keine Gefangenen. Was die jetzt gerade erschienene Single "Stay at home" doch wohl beweist.
Dann jetzt in die Lederbadehose und ab zum Bikini Beach.

www.fuzzmehard.com

Kleine Archivkammermusik am Schreibtisch

sudan archives1Wer das Glück hatte, das Kölner Konzert von Sudan Archives im letzten November zu bestaunen, wie es sich zunächst ein wenig über die Zeit schleppte bis die junge Amerikanerin das Publikum mit ihrer Violine und Effektgeräten aus der Halle blies, darf sich einen zwölfminütigen Clip nun nicht entgehen lassen.
Das National Public Radio (NPR) in Washington D.C. hat mit Sudan Archives eines der coolen Tiny Desk Concerts veranstaltet - übrigens das letzte vorm Corona-Lockdown - und Sudan aka Miss Parks hat sich dafür etwas Besonderes einfallen lassen. Sie performte drei ihrer Songs mit Unterstützung eines kleinen Streicherensembles. Mit Bratsche, Cello und Geigen bekommen die sonst R'n'B gesteuerten Songs einen völlig neuen Touch, der irgendwo zwischen irischem Folk und afrikanischem Blues treibt.
Das ist schwer beeindruckender Soul vor Bücherregal mit desinfizierter Kaffeetasse und hier zu sehen.

www.sudanarchives.com

Foto: Alex Black

 

Everybody loves the jazz, oder?

Wer liebt nicht den Sonnenschein? Haben sich auch Adrian Younge und Ali Shaheed Muhammad gedacht, und vor zwei Jahren die Jazz-Legende Roy Ayers - den Schöpfer von "Everybody loves the sunshine" - in ihre Linear Labs Studios in Los Angeles eingeladen. Dabei entstand das jetzt erschienene Album "Roy Ayers Jazz is dead 002". Eine Remineszenz an das Lebenswerk des Jazz-Vibraphonisten Ayers. Younge und Muhammad haben Roy Ayers dafür acht Stücke auf den Leib geschrieben und niemand wird prüfen können, wie groß der Anteil von Roy Ayers daran tatsächlich war. Zumindest ist sein Vibraphon-Spiel bei Titeln wie "Solace" nicht zu überhören.
Davon abgesehen, ist das Album ein starkes Statement des Neo-Jazz und Neo-Soul in Retro-Manier. Manch einer wird sich an Ayers klassische Periode in den 70ern erinnert fühlen, andere werden das für völlig überhöht halten. Also für alle etwas dabei. Ein gekonntes Werk mit Facetten.

www.jazzisdead.co