Gefährlich blond

Die sehr junge New Yorkerin Blue DeTiger hat im letzten halben Jahr auf verschiedenen Kanälen massiv Aufmerksamkeit erregt. Ganz aktuell ist ein weiterer Song am Start. "Cotton candy lemonade" verzaubert mit einem starken Basslauf im Namen des Groove. Der Bass ist schließlich die Kernkompetenz der 17-jährigen Blu. Der dazugehörige Clip scheint sich aber mehr auf die schönen blonden Haare des Mädchens zu konzentrieren.
Ob das auf die Dauer zielführend sein wird, darf hinterfragt werden. Blu De Tiger hat die entscheidenden Qualitäten eindeutig an ihrem Haus- und Hofinstrument. Deshalb ist es empfehlenswert, sich das Video zu "Figure it out" anzusehen. Damit hat Blu das erste Mal wesentliche Aufmerksamkeit erzeugt.
Alles in allem könnt ihr sehr gespannt sein. Auf die fürs kommende Frühjahr angekündigte EP von Blu DeTiger. Wenn dann der Fokus auf den Bassläufen liegt und nicht auf dem Hairstyling, dann, ja dann könnt ihr euch auf was gefasst machen...

www.bludetiger.com

Das ist Felin

Das neue Stück "Heroes & villains" ist ganz eindeutig Felin. Diese Künstlerin steht für eine extravagante Verbindung von Akustischen und Visuellen. Der neue Clip ist mysteriös, cineastisch und ausdrucksstark. Doch was einen wirklich mitnimmt ist die wahnsinnig druckvolle Gitarre, die den gesamten Song in höchste Höhen trägt.
"Heroes & villains" ist die Ankündigung des gleichnamigen Albums, das die Frau aus Stockholm im nächsten Jahr veröffentlichen will. Darkwave-Düsterpop, den Felin gerne als "distorted pop" verkauft und der ihre Botschaft von Frauenrechten, Waffengewalt, Ungerechtigkeiten und überhaupt dem Guten und Bösen dieser Welt transportiert.
Wer jetzt aufgrund äußerer Merkmale und Herkunftsangaben trotzdem noch an Marie Fredriksson und Roxette denkt liegt also völlig falsch. Oder nicht?

www.thisisfelin.com

Kunst und Glam und Wein und Boule

Es besteht der Verdacht, dass der Clip zu Strœms aktueller Single "Come close" im privaten Archiv von Peter Neururer entdeckt wurde. Ihr wisst schon: Der Fußballlehrer, der so viele Ruhrgebietsclubs mit seinem Fußball und seinen Sprüchen drangsalierte.
Und wo Neururer nach Meinung vieler bereits ist, genau da wollen Strœm mit ihrer Musik hin: Zum Kult. Dieser Art-Rock mit Jazz und 60es Einflüssen ist prädestiniert, ein veritabler Kultgegenstand zu werden.
"Come close" ist die Singleauskopplung aus der Debüt-EP von Strœm mit dem Titel "Wine & Boule". Das maximal optimierte Werkepos der vier Hamburger ist in der letzten Woche bei La Pochette Surprise erschienen und soll bitteschön "in die Spitze des Art Rock vordringen", wie die Musiker ankündigen. Na ja, mit Bescheidenheit wird man nicht reich. Davon kann auch Peter Neururer ein Lied singen.

www.instagram.com/stroem.entertainment

Träume sind Schäume, sagte meine Omma

"Im Wesentlichen ist es wie das Testament eines Eskapisten über den Wunsch, die Souveränität über seine Gedanken zu erlangen", sagt die Künstlerin zu ihrem Song "I'll probably be asleep". Wenn ihr das jetzt auf Anhieb verstanden habt, müsst ihr ein fürchterlicher Streber sein. Ob das auch für Anika Ostendorf gilt, weiß ich nicht, aber der Vorname lässt das Schlimmste vermuten.
Aber reden wir doch jetzt endlich über die Musik von Hachiku, das Pseudonym hinter dem Anika steckt. Hachiku hat bereits eine Menge hinter sich. In den USA geboren, aufgewachsen im rheinischen Dansweiler und nun in Melbourne zu Hause. Ein Lebensweg wie ein Traum, sieht man mal von Dansweiler und dem Mitwirken in einer Ford-Betriebskapelle ab. Das Herumreisen und die Jetlags haben vermutlich zu diesem Dreampop geführt, mit dem uns Hachiku verwöhnt. Hachiku selbst nennt es Bedroom-Pop, wenn Synthies auf einfallsreiche Gitarren und Drum-Machines treffen.
"I'll probably be asleep" ist die erste Veröffentlichung aus dem gleichnamigen Debütalbum von Hachiku, das die Frau am 13. November auf den Markt bringen wird. Sollte ihr nicht verschlafen!

www.hachikumusic.com

Oh, wie cool ist Havana

Da gibt es doch immer wieder Songs, bei denen wünscht man sich, man wäre ebenfalls Rockstar. Man ist es nicht, weil einem einfach diese unglaubliche Coolness fehlt. Diese kontrollierte Lässigkeit besitzen Castillo ohne Frage.
Die Hamburger Newcomer werfen gerade frisch ihre Debüt-Single "Havana" in den Ring. Ein großartiger Song und so völlig klar, obwohl er sich nur in Andeutungen bewegt. Hammermäßig Soul im Clip, dass man nicht merkt, dass Havanna bei den Dreharbeiten mindestens 8.000 km entfernt war. Trotzdem und deshalb: Was ein Ausklang dieses Sommers!

Warum muss ich bei solchen Songs immer an den einzigartigen Falco denken? Scheiß drauf, fuck you yesterday.

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Das Leben trägt Hawaiihemd

"Ich häng' in der Karibik und der Wecker klingelt nie" ist eine massentaugliche Wunschvorstellung, die mit Sicherheit eine Menge Geld in die Taschen der beiden Hartzer Vollka Putt & Florida Klaus spülen wird. Der Song "Wochenende forever" wird zum Ohrwurm, der dich nicht mehr loslässt, wenn du Montag Morgen um sechs wieder ins Kissen beißt.
Es ist den Leuten bei Audiolith zu verdanken, die beiden Vollzeit-Lebemänner dazu bewegt zu haben, sich Arbeit zu machen und eine komplette EP zu produzieren. "Listen to your hartz" gibt's seit letzter Woche und verbindet deutschen Rap mit Langeweile und Nichtstun.
Es ist absolut nicht zu erwarten, dass sich Vollka und Klaus den Stress machen, in absehbarer Zeit ein Album zu machen, ist doch Klaus noch völlig erschöpft vom Malen des EP-Covers. Falls es doch ein Album geben sollte, erfahrt ihr es von uns, wenn wir nicht gerade Sommer machen.

www.instagram.com/vollka_putt_hamburg
www.instagram.com/florida_klaus_official