„um diese zeit fahren die straßenbahnen selten", „im schlachthof ist hochbetrieb", „die blicke der vorübergehenden sprechen für sich", „stille zwischen den gärten", „der zirkus ist vorbei"; der titel und die namen der fünf stücke erzeugen eine seltsame verlockung; fast absurd, dadaistisch. gleichzeitig irgendwie atmosphärisch. mit einem hang hin zu einer nicht weiter formulierten dunkleren seite. aber einer, die sich hinter anderen ecken befindet als die dunkle seite, zu der sich die meisten hingezogen fühlen, wenn sie in diese eintauchen oder mit ihr arbeiten wollen. oder die sie auch nur meinen, wenn sie von ihr sprechen. eine, die ihre abgründe geschickt verbirgt und kein problem hat, dafür auch einmal unschuld vorzutäuschen. die aber dann um so mehr rätsel aufgibt, hat man sie als das erkannt, was sie hinter ihrer maske ist.
boris „präparat“
allgemeiner tenor: irgendwie auf dem absteigenden ast. und jetzt: „präparat". und die vielfalt in einheit. aber von vorn: wenn die japanischen boris ein nicht ganz einfaches (mehr oder minder) deutsches wort zum titel der neuen lp machen, kann das doch nur heißen, dass dieses für sie irgendwie witzig klingt oder dass sie die bedeutung des begriffs für die thematik der platte durch die wahl als titel ganz besonders betonen wollen. da ich einfache lösungen mag aber nicht zu einfache, vermute ich einfach letzteres. zumal es auch wie geradezu perfekt passt. zur erinnerung: unter den verschiedenen bedeutungen des worts „präparat" ist auch die, die für das herausarbeiten von etwas (kleineren, von details) aus etwas (größerem, ganzen) steht...
Freddys dicker Droppen - Blackbird
Zwar scheint gegenwärtig kaum die Sonne. Dennoch wirft etwas ganz lange Schatten. Es ist das kommende Ereignis des großen schwarzen Vogels. Es ist "Blackbird" von Fat Freddy's Drop. Die Neuseeländer veröffentlichen am 28. Juni ihr neues Album. Und auch wenn man meint, diese hervorragende Band schon so lange zu kennen, "Blackbird" ist tatsächlich erst das dritte Studioalbum des erwachsen gewordenen Geheimtipps. Die Freddies verschwenden sich halt nicht und arbeiten immer an höchster Qualität. Darauf hin zu deuten scheint das erste Appetithäppchen des neuen Albums. Hier schon mal zu bewundern: Der ganz schwere Soul von "Clean the house".
Alles weitere demnächst bei unruhr...
signalsundertests „nascent“ loop- tape edition
die musik von signalsundertests als reinen ambient bezeichnen zu wollen greift, wie die bisherigen veröffentlichungen eindrucksvoll belegen, zu kurz; zu vielschichtig ist das, was hier um die gitarrenbasierten atmospherics herum entwickelt und aufgebaut wird. einschließlich der integration von rhythmus und sogar gesang und der entwicklung einer klangästhetik, deren gesamteindruck dann auch jedesmal deutlich „elektronischer" ausgefallen ist, als bei den veröffentlichungen anderer (solo-) musiker mit der gitarre als hauptinstrument.
When saints go machine - Infinity pool
Versucht mal, beim Hören von „Infinity pool" Hemden zu bügeln. Euch wird das Eisen aus der Hand fallen.
jacob „the ominous“
wenige label stehen ganz eindeutig für einen sound aus den tiefsten schichten der düsternis, der dabei klischees clever umschifft und statt dessen versuchung und versprechen wispert. neben land of decay ist das sicherlich utech records, dessen gleichnamiger betreiber immer wieder mit sicherer hand schwarze perlen aus ebensolchen wassern fischt.