Coolness hat einen Namen - Hemai

Ist der Typ aus Birmingham nur halb so cool wie seine Musik, muss man ohne jeden Zweifel vor Neid erblassen. Hemai kombiniert Soul und Jazz mit Schattierungen aktuellster Elektronik in derart brillanter Art und Weise, dass jeder Anflug eigener Lässigkeit zur bloßen Geste verkommt. Der 22-jährige transzendiert seine Musik mit Leichtigkeit ins Himmlische. Geerdete Sounds mit den Wurzeln im Guten von Gestern gehen ab ins Spacige.
Dabei schreckt Hemai nicht vor ganz deepem Soul zurück oder antiquierten Discosounds, ist nicht fies vor Violinen und schönen handgepickten Gitarren. "Von seiten der Produktion experimentiere ich mit dem Konzept des Weltalls, bringe meine bevorzugten Sounds aus der ganzen Welt zusammen und verflechte sie mit UK Roots", fasst Hemai das prägnant zusammen.
"Relight" ist eine von inzwischen drei Vorab-Singles aus dem kommenden Album von Hemai. Es ist sein Debütalbum, wird bei Tru Thoughts veröffentlicht, heißt "Strange beauty" und am 7. Mai in eurem Lieblingsplattenladen oder auf jeder x-beliebigen Downloadplattform zur Verfügung stehen.
Ich versteige mich hier zu der Behauptung, dieses Ding ist tatsächlich von einer außerirdischen "Strange beauty", das euch beim Hören schwindlig werden wird.

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Wieviel Neues braucht der Mensch?

Das Thema Gentrifizierung treibt Coppicat wirklich um. Schon die erste Single des Berliners drehte sich um dieses Thema. Der neue Song "Unsere alte Liebe" verknüpft das Thema der problematischen Stadterneuerung mit den Veränderungen in einer Langzeitpaarbeziehung. Da gibt es augenscheinlich Parallelen.
Der gedankenschwere Inhalt ist flankiert von einem schnörkellosen Sound, den man vor vierzig Jahren vielleicht Deutschrock genannt hätte, auch wenn "Unsere alte Liebe" auch etwas von Britpop hat. Schön, wenn man mit wenigen Pinselstrichen eine solche Vielfältigkeit hinbekommt.
"Unsere alte Liebe" ist ein weiter Schritt auf dem Weg zu Coppicats Debüt-EP, die wir am 26. März erwarten. Alles deutet auf ein spannendes Album mit einigen Überraschungen hin. Sicher ist nur, dass die Berliner Stadtentwicklung eine Hauptrolle spielen wird.

www.instagram.com/coppicat_music

Kopfschmerz folgt auf Herzschmerz

Man könnte natürlich versuchen, die Schmerzen einer verflossenen Liebe mit Milch zu bekämpfen. Das wird aber wenig wirkungsvoll sein. Alkohol ist eindeutig die bessere Lösung, wenn auch mit Nachwirkungen. Diese Problematik erläutert Eloise ausführlich in ihrem neuen Song "Hungover". Die 21-jährige Britin kommt dabei herrlich unaufgeregt daher. Und so entstand ein sehr schöner Track mit viel Soul und Gefühl.
"Hungover" hat als Basis eine packende Bassline über der Eloise einen Gesang packt, der etwas von Barjazz hat. Denkt man sich die Mörder Bassline weg, wünscht man sich eigentlich nur in verrauchte Kneipen mit der genau richtigen Menge an Licht zurück. Einem angenehmen Pegel an Alkohol im Körper und einer Stimmung zwischen Scheißdrauf und Haudrauf.
Die Atmosphäre hat Eloise bereits mit ihrer Debüt-EP "This thing called living" erzeugt. Mit "Hungover" geht's nun weiter. Das ist vielversprechend und erzeugt Vorfreude auf alles Kommende von Eloise.

www.eloise-music.com

Fettbeatjazz mit Erdbeeren und Sahne

victoriaspongeEin Victoria Sponge Kuchen ist wirklich richtig lecker, wie das Foto erahnen lässt. Da sind sich Victoria Port und Max Wheeler einig. Die beiden Briten haben aber auch einen gemeinsamen Musikgeschmack, dem sie als Pop-Duo Anushka nachgehen, wenn sie ich nicht gerade zum Kuchenessen treffen. Anushka haben ihr Debütalbum "Broken circuit" bereits 2014 veröffentlicht und dafür einiges an Lob eingeheimst. Nun haben Victoria und Max bei Tru Thoughts in Brighton unterschrieben und bringen dort die neue Single "You my love" raus.
Der Track strotzt vor Beats, verströmt aber auch eine außerweltliche Atmosphäre. Hier treffen sich Soul, Jazz und pluckernde, quietschend-piepende Elektronik zu einem unwiderstehlichen Clubsound. "Ich habe mit einem Loop vom modularen Synthie rumgespielt und irgendwie hat das den Song melodisch und harmonisch ins Jenseitige gepusht", erklärt Max Wheeler den besonderen Sound von "You my love".
Dafür war natürlich schnell ein neuer Begriff gefunden und so nennt man Anushkas aktuellen Output Future Soul. Wir dürfen vermuten, dass bald ein Album von Anushka voller Future Soul bei Tru Thoughts erscheint. "You my love" könnt ihr zur Einstimmung darauf hier bereits hören. Gerne auch bei Kaffee und Kuchen.

www.facebook.com/AnushkaUK

Der Norden macht sich Sorgen

Man sorgte sich schon immer in der Historie von Pop und Rock. Durch alle Zeiten und Genres machte man sich Sorgen. Ob David Bowie, Sade, Fela Kuti, Pink Floyd, The National oder Bad Religion. Sie alle haben das Auditorium von ihren dunklen Stunden und Gedanken wissen lassen.
Und nun reihen sich o.k.kuper in diese Tradition ein und machen sich echt "Sorgen". Wann, wenn nicht jetzt, möchte man da sagen. "Sorgen" ist ein echter Lockdown-Song, denn die Vier aus Oldenburg haben sich für die Produktion von Musik und Bild nicht ein einziges Mal getroffen. Unter diesen Umständen ist ein bemerkenswerter Song und Clip entstanden. Von Gitarren getragen, harmoniesüchtig und mit einem vom Rhythmus gestärkten Rücken wie man das von der Band kennt.
"Sorgen" ist leider nicht auf o.k.kupers kommendem Album, das bereits fertig gestellt war, als die Jungs begannen, sich "Sorgen" zu machen. Aus Coronagründen wird das Album aber erst noch einmal zurückgehalten. Aber wenn der Schweinevirus endlich weg ist, dann geht das Ding bestimmt viral.

www.facebook.com/okKuper

Olympyas Drohne und Art. 4 Abs. 3 GG

Letztes Jahr haben wir euch in einer ersten Vorstellungsrunde die Band Olympya als Wiedergänger der Neuen Deutschen Welle präsentiert. In Gedenken an Fehlfarben, DAF und Konsorten. Die neue Single der Hamburger heißt "Drohne" und provoziert gewaltig. Unsere Armeeangehörigen werden darin Computerkiller genannt und nicht nur das. Dadurch wäre "Drohne" zu den damaligen Zeiten der Neuen Deutschen Welle in der BRD total abgefeiert worden von den Kriegsdienstverweigerern und Zivildienstleistenden (bei Unkenntnis bitte Zeitzeugen fragen).

Olympya führen bei "Drohne" Text und Musik zu energetischem Power-Pop der Zwanziger zusammen. Das ist sozusagen neue Neue Deutsche Welle. Der aktuelle Song gehört zum Album "Auto", das am 26. Februar bei Audiolith erscheinen wird.

www.olympya.de