orson hentschel „electric stutter“

orsonhentschel electric stutter kleindas album könnte nicht besser betitelt sein. oder, andersherum: es könnte (bei diesem namen auch aus musikalischer sicht) nicht besser starten: mit einem titelstück, das die art elektrifizierter nervosität, die der name zu umschreiben scheint geradezu zentral in sich trägt. in einer weise, die die hörer vorbereitet auf ein album auf der grenze zwischen listening und kick, zwischen fiebertraum und wirklichkeit, zwischen konzentration und (paradoxerweise möglicherweise kontrolliertem?) kontrollverlust. auch zwischen reiner elektronik und irgendwie twang (> „montage of bugs“), auch zwischen fast sinfonisch angelegtem ausbruch und spartanischem elektronikminimalismus. und, auf voller länge, zwischen mikromotiven und deren zusammenhang als komposition.

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Unsere Beziehungsphilosophin Kelela

2015 veröffentlichte Kelela ihre EP "Hallucinogen" und legte damit ein Stück untypischen und beachtenswerten R'n'B vor, der vor allem mit elektronischen Einflüssen zu überraschen wußte. Jetzt steht Kelelas erstes Album in den Startlöchern. Heißt "Take me apart" und wird sich überwiegend mit menschlichen Zweierbeziehungen auseinandersetzen. Vorneweg schickt die Amerikanerin mit äthiopischen Wurzeln die Single "LMK". Das dazugehörige Video betont den Facettenreichtum der 34-jährigen, deshalb taucht Kelela in diversen Outfits auf (Holzauge sei wachsam!). Wie bisher bedient sie aber auch gängige Klischees des R'n'B. Es wird also spannend: Was bietet das kommende Album und wohin geht die Reise mit der schönen Kelela?

Billy Bragg - Reden wir Klartext

Billy Bragg, der britische Altmeister des Protestsongs, kann in Zeiten wie diesen nicht zu Hause beim Tee sitzen und zusehen, was auf der Welt passiert. Nach der Veröffentlichung der letzten Single "The sleep of reason" erscheint heute nun mit „King Tide and the Sunny Day Flood“ ein weiterer Song einer ganzen Reihe neuer Stücke, die in den nächsten Wochen nach und nach unter dem Motto "Bridges not walls" veröffentlicht werden.
"King Tide and the Sunny Day Flood" kommt als klassischer Countrysong daher mit C J Hillman an der Pedal Steel, reißt niemanden musikalisch wirklich vom Hocker, ist aber trotzdem bemerkenswert. Während der Großteil der Musikwelt weiterhin feiert und sich in seinen Selbstbefindlichkeiten suhlt, gibt es glücklicherweise Leute wie Billy Bragg, die dem fragwürdigen Gang der Dinge nicht träge zusehen. Sondern mit einem klassischen Protestsong angemessen auf den Wahnsinn unserer Welt reagieren.

Hannover, Hamburg, Helgen

Die Hamburger Band Helgen, die eigentlich aus Hannover kommt, deren Mitglieder aber aus Krummendeich, Langenhorn und Norderstedt stammen, also diese Band Helgen steht ganz kurz vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Halb oder gar nicht" auf dem renommierten Label Chateau Lala.
Helgen macht Popmusik im allerbesten Sinne. Eklektisch, smart, eingängig. Zeitgemäß, aber nicht an Trends interessiert. Manchmal funkig, manchmal eher akustisch. Man kann dabei an Paul McCartneys Soloplatten aus den 70er denken, oder an Paul Simons „Graceland“, aber auch an den Indiepop der Frühnuller-Jahre. Man kann bei "Halb oder gar nicht" an alles denken. Oder einfach an Helgen.
Helgens Produzent Olaf Opal, der auch die Sportfreunde Stiller und Die Sterne betreut hat, fasst das mal kurz für uns zusammen:"Datt is 'ne geile Band. Psychedelic 60´s mit Bock und 'n bisschen Hipsterkrams.“
Hier seht ihr das aktuelle Video "Fernsehturm" und wie gesagt: Morgen kommt das Album.

Barrenstein nicht mehr undercover

Barrenstein ist wieder einmal der Beweis, dass es außer Bass, Gitarre und Schlagzeug nichts anderes braucht für gute Musik, die krachend abgeht. Man sagt heute ja nicht mehr Rockmusik, doch zu Barrenstein muss einem nichts weiteres einfallen. Es knallt so schön, wenn die Barrensteins messerscharfe Gitarrensoli und peitschende Riffs mit etwas Punk- und Popattitüde mischen. Und obendrauf intelligente deutsche Lyrik packen. Manch einer wird sich an die legendären Angelika Express erinnert fühlen. Zurecht!
Seit heute gibt's das neue Video zu "Foto" und parallel dazu wird die EP "Undercover in Moskau" veröffentlicht. Mehr geraudeaus geht nicht!

www.barrensteinmusik.com