Die Bundesliga-Vorschau 2018/19

poeletarier equisto domain webWohin geht die Reise des deutschen Fußballs nach dem WM-Desaster und der Affäre Özil? Gründen Gauland und Grindel nun bald den Deutschen deutschdeutschen Fußballbund (DDDFB)? Bekommt Olli Bierhoff die mänliche Hauptrolle neben Frau Weidel bei der Neuauflage von Alice im Deutschland? Ernennt man Uli Hoeneß zum Präsidenten einer rein bairischen Bundesliga? Wird tatsächlich auch noch Fußball gespielt?

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Öko-Reggae mit Groundation

Immer, schon immer haben wir's gewusst: Reggae ist nachhaltig! Und wer sonst als der kalifornische Reggae-Professor Harrison Stafford mit seiner neuformierten Band Groundation kann es beweisen. "Fossil fuels" ist ultraorthodoxer Roots Reggae. No compromise! Und ein Statement gegen alle, die meinen, so schlimm ist es schon nicht mit unserer Umwelt.
"There no such thing in this world as clean coal energy", singt der kauzige Stafford. Schönen guten Tag, Mister Trump. "Fossil fuels" ist die erste Single des kommenden Groundation Albums. Es erscheint am 21. September und heißt "The next generation". Doch nicht, dass ihr meint, das Album zu kaufen würde eure CO2-Bilanz bereits entscheidend verbessern.

www.groundation.com

Very tricky Sophie

Ein Video wie ein Kurzfilm, das seine Botschaft nicht sofort zu erkennen gibt. Aber zu allererst ist "Tricks" würdiger Vertreter des neuen Albums "Molecules" von Sophie Hunger. Die Schweizerin lebt ja nun auch in Berlin. Und hat dort ihr Faible für elektronische Musik entdeckt. Man trifft Sophie am Sonntag Abend im Berghain und in ihrem homestudio stapeln sich modulare Synthies. Mit diesen hat sie die Tracks für ihr neues Album gebastelt und dann mit Dan Carey in London aufgenommen. Und so ist "Tricks" gekennzeichnet von einem analogen CS80 Synthi und einem Krautrock-Beat. Sophie Hunger selbst nennt es "minimalistischen elektronischen Folk".

www.sophiehunger.com

White Uhuru - Die Summer Sons

Das ist Cool Bap. Der klingt so gut auf dem kommenden Debütalbum der Summer Sons & C.Tappin. Das Ding soll "Uhuru" heißen und das ist Swahili und meint Freiheit, was man natürlich keinem Reggaefan erklären muss. Aber es geht nun gar nicht um Reggae, sondern um Cool Bap.
Das ist Rap mit sehr sehr viel Jazz und dieses hört man auch auf "Call it love", der ersten Single des Albums, dessen Veröffentlichung von Melting Pot Records aus Köln für Anfang September geplant ist. Die britischen Summers Sons sind die Brüder Turt (Rap) & Slim (Beats), die schon seit Ewigkeiten mit Sänger und Pianist C.Tappin befreundet sind.
"Uhuru" ist eine typische Veröffentlichung von Melting Pot Records und ein Album, das auch Musikliebhabern kurz vorm Rentenalter ans Herz gelegt werden muss. Für alle, die damals Guru Jazzmatazz, US3, Galliano oder das deutsche Pendant Jazzkantine liebten. Wobei: Cool Bap ist wirklich noch cooler.

www.soundcloud.com/slim_summers_sons

 

Massive attack von Neneh Cherry

Ganz frisch meldet sich Neneh Cherry zurück. Während ihre altgedienten Fans Falten zählen, sieht Madame aus wie aus dem Ei gepellt. Ein brandneues Video ist dafür der Beweis.
Neneh Cherry hat zwar bereits in den 80er ihre Musikkarriere gestartet. Dafür sieht ihre Discografie allerdings sehr übersichtlich aus. 1989, 1992 und 1996 gab es die ziemlich großartigen Solo-Alben. Danach mal hier und da eine Kooperation und erst vor vier Jahren erneut ein Album. Das 2014er "Blank Projekt" war ein Ausweichen in die Jazz-Gefilde, und da sich Cherry bereits in den Jahren zuvor in der Jazzszene ihrer schwedischen Heimat bewegte, schien es, als würde Jazz ihr Alterswohnsitz.
Jetzt wird eine neue Single veröffentlicht. "Kong" hat frische Beats, trägt Neneh aber trotzdem zurück zu den Wurzeln. Was nicht überrascht, denn schließlich hat die Frau bereits damals mit Massive Attack zusammen gearbeitet und sie tut es heute wieder. Produziert ist "Kong" von Four Tet und 3D von eben jenen Massive Attack.
Und Neneh Cherry hat nicht an Stimme verloren, nichts eingebüßt von diesem manchmal rotzig-trotzigen Gesang, der alles andere als nach gutem Wohnviertel klingt.
Hoffen wir, dass dieses Projekt zum Album ausgebaut wird. Es wäre Zeit.

Umweltpunk mit Anti-Flag

Sie gelten als Politpunker und nehmen gemeinhin kein Blatt vor den Mund. Im November 2017 veröffentlichten Anti-Flag aus Pittsburgh das zweite Album ihrer "American"-Serie, "American Fall". Begonnen hat die Band diesen Zyklus mit dem 2015er Studioalbum "American Spring". Am 28. September wird die Politpunk-Band nun die Reihe mit dem Album "American Reckoning" fortsetzen. Für dieses Album nahm die Band einige Songs der letzten beiden Studiowerke im akustischen Gewand neu auf. Wie z. B. "The debate ist over (If you want it)", das ihr euch hier bereits anscheuen könnt. Ein Song gegen das einfach so weitermachen mit unserer Umweltzerstörung.

www.anti-flag.com

Nix auf Samtpfoten - Die Mexicats

Das Debütalbum von Jenny and The Mexicats "Mar abierto" hat richtig eingeschlagen. Lange Zeit in ihrer mexikanischen Heimat als Geheimtipp gehandelt, hat "Mar abierto" die Jungs rund um die englische Sängerin und Trompeterin einen großen Öffentlichkeit bekannt gemacht. Jetzt basteln die Mexicats am neuen Album, das im September veröffentlicht werden soll. Zwar wird dieses nur ein Best-of, ermöglicht aber den europäischen Fans, einige bisher nur in Mexiko erschienene Songs erstmals zu hören.
Und dann gibt im Herbst wieder eine große Europatournee mit diesem unwiderstehlichen Sound aus lateinamerikanischer Musik, Cumbia, Rockabilly, Jazz und Reggae. Dieser Mix an sich ist extrem tanzbar, nun veröffentlicht die Band zudem eine Remix-EP, auf der der deutsche Drum'n Bass-Act deep inc. gleich 3 Remixe von "La primera despedida" geschaffen hat. Damit's noch tanzbarer wird. Also auch für diejenigen, die einen Stock im Arsch haben.

www.jennyandmexicats.com

Irie Don auf dem Weg zu phenomenal

Ein wenig Rauch vom Gartenkraut, die kakaobraune Haut einer sehr schönen Frau und ein bisschen product placement für jamaikanischen Rum. Das sind die etwas stereotypen Ingredienzien des modernen Reggae. Das ist aber auch ein wenig kleinkariert betrachtet, denn dieses Setting hilft dem Newcomer Irie Don bei den ersten Schritten im Business. "Phenomenal" ist die erste Single der Debüt-EP des Kölners. Irie Don hat nicht nur davon geträumt, sondern an der ersten Veröffentlichung auch hart gearbeitet.
Was als Jungentraum mit einer Rucksackreise nach Jamaica begann, nahm in den letzten Jahren konkrete Formen an. Und nun sind die ersten fünf Stücke in der Welt. Dancehall, HipHop, fetter Bass und Autotune vermischen sich zu einem Output, der aktuellen, jamaikanischen Sound zum Vorbild hat. Damit ist Irie Don noch nicht internationale Klasse, aber auf jeden Fall im weiteren Blickfeld. Würde der Fußballredakteur formulieren.

 

Jerry Papers extracorporaler Synthie-Pop

Hinter Jerry Paper steckt der in Los Angeles lebende Songwriter, Produzent und Multiinstrumentalist Lucas Nathan. Der Junge macht sich richtig viel Gedanken um seine Musik und sagt Dinge wie: "Alles entwickelt sich nonstop weiter, weil ich mich als Mensch andauernd verändere, und diese Veränderungen bilden letztlich den Kern meiner Musik“.
Dieser Kern ist ein eigener Synt-Pop-Ansatz, den Lucas gern mit R'n'B- Einflüssen und einem gewisen Funk-Faktor ergänzt, wie der blaue Koala im folgenden Video beweist. "Your cocoon" ist die Ankündigung von Jerry Papers neuem Album "Like a baby", das im kommenden Oktober erscheint. Bei diesem Sound hat Lucas Nathan übrigens regelmäßig außerkörperliche Erfahrungen auf der Bühne,sagt er, „Momente, in denen sich das Ego vollkommen auflöst, was ich so nur auf der Bühne beim Grooven haben kann".
Es lohnt sich also, bei Jerry Paper reinzuhören und sich auf kommemde Shows zu freuen. Unruhr wird euch darauf hinweisen, sobald der Transzendente in Deutschland unterwegs ist.

www.jerrypaper.guru