Über sieben Brücken...UCee

In der letzten Woche erschien das zweite Studioalbum von UCee. Genannt "Bridges" baut es tatsächlich genreverbindende Brücken. Genau wie UCee sein Leben zwischen Deutschland, Ägypten, Marokko und Tschechien scheinbar mühelos verbindet, finden sich auf dem neuen Album verschiedene Spielarten des Reggae zusammen.
Die  Tunes auf "Bridges" decken den gesamten Raum zwischen Dancehall und Roots ab. Startet das Album eher indifferent in den Zwischenräumen, gerät der Mittelteil zum Roots Reggae Fest, was überwiegend mit der Teilnahme von Sam Gilly an den Drums zu tun hat. Der gehört eigentlich zur österreichischen Band House of Riddim mit Kernkompetenz Roots. Am Ende geht's dann wieder in die Dancehall und so ist der Tune "Mrs. Clean" eher nicht stellvertretend für das gesamte Album.
Insgesamt ist "Bridges" ein schönes Album geworden, eben weil es sich nicht eindeutig irgendwo einordnen lässt.

www.u-cee.com

Jeremias, die Sonne scheint!

Jeremias ist so unverschämt jung. Das macht es einfacher, zu behaupten: "Alles gibt sich von allein und zeigt sich doch so leicht, so leicht." Zu diesen Textzeilen liefern die Newcomer aus Hannover den passenden Soundtrack. Die erste Single "Alles" sprüht vor funky vibes und wer sich dazu nicht bewegt, ist ein Verwandter vom Holzbrett. Der Song ist derart voller Achtziger-Flair, dass man den Clip zunächst für eine nachkolorierte Fassung von damals hält. Das schreit nach weißen Tennissocken!
Der brachenbekannte Berliner Produzent Tim Tautorat hat Jeremias bereits ebenfalls entdeckt und nimmt mit den vier Jungs gerade die erste EP "Du musst an den Frühling glauben" auf. Das ist ein bemerkenswerter Start in die Karriere. "Alles" lässt Großes erwarten und uns an den Frühling glauben.

www.jeremiasmusik.de

Breitwand-Pop von SebastiAn

Es ist nicht so, dass SebastiAn die letzten acht Jahre auf der faulen Haut lag. Trotzdem wird nach 2011 erst dieses Jahr das zweite Album des französischen Producers erscheinen. Zwischenzeitlich war er für viele Größen des Popbiz tätig. Nun aber kommt SebastiAn endlich wieder mit eigenem Material. In Herbst erscheint das zweite Album bei Ed Banger/Because Music.
Ab jetzt rührt der Franzose kräftig die Werbetrommel für das kommende Album, beginnend mit der Veröffentlichung der ersten Single "Run for me". Ein Song mit dynamischer Tiefe und epischer Breite. Der Song und zugehörige Clip lassen erahnen, dass SebastiAn häufig auch im Sektor Filmmusik tätig ist."Run for me" featured US-Artist Gallant. Die amerikanische Soulstimme hat 2016 mit großem Erfolg sein eignes Debütalbum "Ology" veröffentlicht. Mit der ersten Single haben die beiden ein kleines Pop-Epos erschaffen.

www.instagram.com/sebastian_edbgr

Live und unversteckt

Mit vier Musikern, einem Soundingenieur und einem Mann fürs Visuelle hat das Hidden Orchestra eine dreiwöchige Tour durch 10 Länder bewältigt. Der krönenende Abschluss der Tour fand in Brighton statt. Gegenüber dem Stadion des Premier League Clubs Brighton & Hove Albion liegt das Attenborough Centre for Creative Arts. An solch einen hochangesehenen Veranstaltungsort passt eine Band wie das Hidden Orchestra ganz vorzüglich.
Bandleader Joe Acheson freut es besonders, dass es zu diesem Konzert in seiner Heimatstadt gekommen ist. Denn exakt diese Besetzung des Hidden Orchestras hatte vor fünf Jahren einen schrecklichen Unfall mit dem Tourbus in Serbien. Ein Vorfall, der dieses Team zusammenschweißte und es ihnen nun ermöglicht, etwas Positives aus diesem traumatischen Erlebnis zu ziehen.
Eine Stunde dieses Konzerts steht nun als Clip im Netz bereit. Eine Stunde voll atmosphärischer Elektronik in orchestralem Gewand mit beindruckenden visuals. Ein Leckerbissen mit Tiefgang.

www.hiddenorchestra.com

 

Schreien und tanzen mit Charly Bliss

Sind das herrliche Gitarren, die uns die New Yorker Band Charly Bliss in all ihren Stücken präsentiert. Dazu kommt die nervsägende Stimme von Frontfrau Eva Hendricks. Die Frau fragt sich immer wieder, warum es ihr am einfachsten gelingt, düstere Texte in treibende Upbeats zu verpacken. Eine Antwort ist bisher nicht gefunden.
Eva hat in der Vergangenheit oft versucht, in irgendeiner Band mitsingen zu dürfen. Niemand ließ sie. Erst Spencer Fox, der Gitarrist von Charly Bliss, erkannte das Talent von Eva. Diese unbändige Energie zwischen Freude und Wut, die die Sängerin auch jeden Abend auf die Bühne zu bringen versteht.
Gemeinsam mit Evas großem Bruder und Dan Shure am Bass war dann 2014 schnell Charly Bliss gegründet. Nächste Woche wird nun das Album "Young enough" bei Lucky Number Music veröffentlicht. Besorgt euch das und lasst euch einfach gehen. Schreit, tanzt.

www.charlybliss.com

 

Musik mit echter Röhre - Kimberose

Versucht da jemand, die Lücke zu füllen, die Amy Winehouse hinterließ? Kimberley Kitson-Mills, gebürtige Britin, naturalisierte Französin, mit ghanaischen Wurzeln hat sich sich ganz dem Soul verschrieben und hat Vorbilder. Neben der bereits genannten Winehouse, steht Kimberley auf Sam Cooke, Etta James, Nina Simone und Lauryn Hill.
Das taucht alles irgendwo auf in der Musik ihrer Band Kimberose. Nach der ersten EP und vielbeachteten Live-Shows in Frankreich, hat das Debütalbum in unserem Nachbarland bereits Goldstatus erreicht. Am 21. Juni wird "Chapter one" nun auch in Deutschland veröffentlicht. Ein Album voll mit Kitson-Mills knackiger Stimme, mit sehr viel Gefühl und handgemachter Musik.
Stellvertretend dafür steht die Single "I'm sorry", für die man sich wahrlich nicht entschuldigen muss.

www.kimberose-official.com

Der Betamensch ist ein Rocker

Wir haben unglaublich viele Namen für Sounds erfunden. Jede Band bekam ihre eigene Nische in der Hoffnung auf Originalität. Damit sind wir offensichtlich ans Ende der Fahnenstange gelangt.
Jetzt gibt es wieder eine Band, die sich auf die Fahnen schreibt, Rockmusik zu machen. Einfach Rock, schnöde Rockmusik. Betamensch aus Nürnberg ist aus dieser fast schon wahnsinnig erscheinenden Idee entstanden. Rockmusik mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. Nichts für laute Exegeten der Popmusik, sondern etwas für stille Genießer ehrlicher Musik. Das scheint derart rückwärtsgewandt, dass es viele nicht mehr kennen und deshalb für brandneu halten.
Damit hat Betamensch eine Marktlücke entdeckt und will mit der kommenden EP "Was wir waren" (sic!) genau dort hineinstoßen. "Was wir waren" wird dokumentieren, dass Betamensch eine Band ist, die mit einer selbstsicheren Leichtigkeit zu verstehen gibt, woher sie kommt und weiß, wie plattitüdenfreier Rock mit Pop-Appeal zu klingen hat.

www.betamensch.de