Sooo funky

Das sind immer ultraentspannte Jazzfunksounds mit einem Disco-Dance-Twist, die wir von Jitwam kennen. Und so geht's weiter. Mit "Confidence" tut der gebürtige Inder wieder einmal ein cooles Stück Musik raus. Diese Mal ist es eine brasilianische Samba-Funk Odyssee, deren letzte Minute dem Alto Saxophon gehört und alle auf die Tanzfläche treibt.
Der Mann unterstreicht erneut seine stilistische Vielfalt, die dennoch den Ansprüchen an cool und tanzbar locker gerecht wird. Mit "Confidence" kündigt Jitwam das kommende Album "Third" an, das am 22. Juli bei Roya Records erscheint. Jitwam verspricht Einflüsse aus Latin Music, Soul, Punk und Disco. "Confidence" bestätigt jetzt schon, dass er dies zu einem unwiderstehlichen Mix auf Albumlänge zusammenführen wird.

www.instagram.com/jitwam

 

Give praise

vb kuehl rabii harnouneSie starten den zweiten Teil ihres Projekts, das religiös inspirierte Musik Westafrikas mit westlichen Clubsounds kombiniert. Der Frankfurter V.B. Kühl und der Marokkaner Rabii Harnoune haben das bereits 2020 getan, als die Beiden das Album "Gnawa Electric Laune" veröffentlichten. Jetzt kündigen der Frankfurter Producer und der marokkanische Gnawa-Master das Folgeprojekt an, welches konsequenterweise "Gnawa Electric Laune II" heißen soll.
Der Vorgeschmack darauf ist der Track "Laafou". Eine Fusion aus Folklore und funky Electronics, die aber mal richtig Laune macht. Oder wie es Huey Morgan von BBC 6Music nachhaltig korrekt ausdrückt. "My meat of the week..."

www.gnawa-electric-laune.com

Märchenhaft

Die deutsche Rockmusik brachte einst die Zeile hervor: "Du wolltest in Wälder und es gab kein zurück." Daran fühlt man sich ein wenig erinnert beim Anblick des neuen Videos der Melting Palms. Das hat irgend etwas magisch-märchiges, man wartet förmlich auf Ritter und Feen.
Doch hier hört's dann auch auf mit den Gebrüder-Grimm-Quatsch. Denn nach ausführlichem Intros brettern die fünf Hamburger Jungs wieder los. Wie bereits auf ihrem Debüt "Abyss" von 2020 präsentieren Melting Palms mächtige Gitarrensounds, von denen Linus Volkmann meint: "Der Sound selbst macht Welten auf irgendwo an den Ufern von Shoegaze, Kraut, Lärm, Entrückung, Psychedelic und deiner Mudder."
Da kann ich nichts Wichtigeres mehr anfügen. "Orchards lie" ist die erste Single des neuen Albums. Das heißt "Noise between the shades", erscheint am 26. August bei La Pochette Surprise und meint mit Sicherheit die Schatten der Wälder.

www.meltingpalms.com

Lagos-London und zurück

Sozialisiert mit amerikanischem HipHop, erkannte Obongjayar irgendwann, dass diese Musik seinem Lebenslauf nicht gerecht wird. Geboren in Nigeria, mit 17 nach Großbritannien emigriert, entdeckte er erst dort, welche Bedeutung seine Heimat für ihn und seine Musik haben kann.
Auch Obongjayar kommt nicht an Nigerias Lichtgestalt Fela Kuti vorbei. Felas Erbe fließt auch in die Sounds Obongjayars ein. Dennoch wäre es zu einfach, die Musik des Debütalbums "Some nights I dream of doors" unter Afropop zu katalogisieren. In den 12 Stücken des Albums frönt der junge Nigerianer auch seiner Liebe zum HipHop, er mischt viel Soul unter, gibt Raum für Balladen und entwickelt mit Luftigkeit einen eigenen Sound.
OB, wie Insider ihn nennen, meint sogar:"No one’s doing what I’m doing. What I’m making is fresh." Nun, das ist auf jeden Fall selbstbewusst. Aber man muss Obonjayars Debüt uneingeschränkt zugestehen, dass es etwas Besonderes ist. Aus diesem Grund: Die dringende Empfehlung, das heute erscheinende "Some nights I dream of doors" käuflich zu erwerben und mit gespitzten Ohren zu hören.

www.obongjay.ar

Abgeschminkt

Beady Belle ist seit mittlerweile mehr als 20 Jahren im Geschäft. Doch all jene, die sie bisher nicht wahrnahmen, müssen sich keine Vorwürfe machen. Beady Belle tauchte bisher nicht in top bewerteten Playlists auf und rotierte auch nicht heavy bei gefeierten DJs. Das ist zwar schade und auch unverständlich, denn die Norwegerin bezaubert aufgrund ganz feiner Soulmusik mit Jazzeinschlag und diesen Elfen- und Trollelementen ihrer Heimat.
Doch dafür habt ihr unruhr. Wir legen euch das neue Album von Beady Belle ans Herz. Das erscheint morgen und enthält vielfältige Sounds von Urban Soul über Slam Poetry, Funk, Jazz, R'n'B bis Ambient, Pop und Hip Hop, sogar Psychedelia.
Das hinterlässt Spuren in euren Gehörgängen, wenn diese auf Hinhören geeicht sind. Das Album heißt "Nothing but the truth" und kommt wie der Opener "Truth wide open" ungeschminkt und ganz ehrlich rüber.

www.beadybelle.com

Bitte keine Blumen

Seit 2020 erfreut uns Oehl mit Intensiv-Pop. Die Musik der Wiener Band steht für bedeutungsschwere, emotionale Musik und nach den ersten beiden Alben "Über Nacht" und "100 % Hoffnung" geht's jetzt mit neuem Material weiter.
Der aktuelle Output kombiniert erneut augefeilte Lyrik mit durchdachten Klängen. Diese Melange lässt die Hörer gern mit der Frage allein: Lachen oder weinen? Die Frage lässt sich bei "Keine Blumen" vergleichsweise einfach beantworten, denn hier stehen Tod und Engelschöre im MIttelpunkt. "Keine Blumen" ist der Titeltrack des kommenden Albums, das im August bereit stehen soll und mit "Gedichten zum Tanzen, Tänzen zum Nachdenken" angekündigt wird.
Ihr könnt dann beurteilen, ob Oehl dort weitermacht wo es letztens endete. Ihr werdet allerdings feststellen, das sich zumindest die Besetzung von Oehl geändert hat. Offensichtlich gehört die eine Hälfte des ehemaligen Duos, Hjörtur Hjörleifsson, nicht mehr zur Band.

www.oehlmusik.com

Sindsuche

Sie nennen sich nicht Sindbad, nicht Sindflut oder Syndesmose. Einfach nur Sind. Aus Berlin. Das klingt einfach und kompliziert. Denn Sind hat auch was mit dem Sein zu tun, dem großen.
Die Jungs aus Berlin haben gerade das dritte Album "Kino Kosmos" veröffentlicht und etablieren sich damit als musikalische Kommentatoren für die Generation Y. Deshalb haben die meist gitarrengeleiteten Midtemposongs von Sind immer ein wenig Flair aus der Jugendzeit der Millenials und beschäftigen sich gern mit dem Gestern und Heute der jetzt 30-40-jährigen.
In "Templin" geht's um verflossene Freundschaften. Ein wenig Schwelgen im Damals, begleitet von leicht sentimentalen Gitarren.
Das ist Musik für die Sinnsuche der angeblich sich so viel selbst hinterfragenden Generation Y. Im Wohnzimmer bei traurigen Ploppen des Kronkorkens.

www.sind.tv

Elaborierter Pop

maschajunoMascha Juno ist eine erfahrene Berliner Musikerin und Multiinstrumentalistin. Unterwegs als Orchestermusikerin, in der Theatermusik, im Jazz. In der Szene. Das seit Jahren, und trotzdem kommt erst jetzt das erste Solo-Album der Alleskönnerin.
"Uno" erscheint am kommenden Freitag bei Akkerbouw und ist ein wahnsinnig interessantes Werk geworden. Und zwar interessant im Sinne von wirklich interessant, und nicht von interessant unerträglich. Ihr versteht, was ich meine...
Die elf Stücke von "Uno" bieten alles von Zeltfreizeit-Geklampfe über höchst modernen Electropop bis Cinemascopesound. E-Lab-Pop. Maria, wie Mascha bürgerlich heißt, sagt über die Songs, sie klängen nach Pop. Das ist gar nicht falsch. Aber wie bekommt man es hin, Pop um drei Ecken zu denken und es dennoch eingängig klingen zu lassen?
Mannomann, die Frau hat ein echtes Ding raus gehauen. "Uno" zählt zu den Platten, die man 50mal hört und beim 51. Mal denkt: Ach guck mal.

Also wirklich, "Uno" ist brilliant!

www.mariaschneiderberlin.com

Foto: David Dollmann

Schon gewählt?

Hast du dir diesen Song selbst ausgesucht? Oder wurde er für dich gefunden? Dann hast du aber Glück gehabt mit deinem Algorithmus, denn der neue Song von Charlie Winston windet sich dauerhaft in dein Hirn und verschafft dir sicherlich das ein oder andere Tröpfchen Glückshormon.
Doch nur, wenn du nicht so genau hinhörst. Weil Charlie dir nämlich die Unwägbarkeiten in schmeichelndem Ton um die Ohren haut, denen du dich mit deinem mobilen Endgerät permanent aussetzt. Das tägliche Blankziehen, das Verscherbeln deines Ichs an die Welt hinter deinem Bildschirm, der Ausverkauf deiner Wünsche und Hoffnungen.
In "Algorithm" spricht der Algorithmus zu dir mit Teufels Stimme im Engelsgewand. Er spielt ein gewagtes Spiel mit dir. Spürst du das?

www.charliewinston.com

Lieder vom Land

Erinnert mich das jetzt an die Waltons, an Peter Lustig? Die Kelly Family, die Blues Brothers oder doch an Fleetwood Mac? All diese Reminiszenzen kulminieren letzten Endes aber in Anna Wydra, die jetzt die "Bauwagen Sessions" veröffentlicht hat. Die Sessions enthalten auch das sehr schöne Cover des 45 Jahre alten Stücks "Dreams", das Anna eigentlich nur von  ihren Eltern kennen kann.
Die Sessions in dem Bauwagen irgendwo in Schleswig-Holstein sind das Nachfolgeprojekt zu Anna Wydras Debüt-Album "The absurdity of being". Die letzten Freitag erschienene Live-EP enthält neben der genannten Coverversion von "Dreams" ausgewählte Tracks des Debüt-Albums und unterstreicht die schöne DIY-Ästhetik von Annas Band und deren Gespür für feine Popmusik.
Und hey: Irgend etwas an Anna erinnert doch wirklich an Stevie Nicks oder träume ich?

www.annawydra.de

Schrebergärtner-Punk

Es ist wahrlich keine Überraschung, also verrate ich euch, dass es in "Silent moment" um diese seltenen Momente der Ruhe geht, in denen man ganz bei sich ist. Etwas das mancher beim geliebten Menschen finden kann, ein Anderer auf speziellen Orten der Reise oder der Schrebergärtner auf seiner Scholle.
Oder auch in einem Song wie "Silent moment", der durch Ausgeglichenheit glänzt, geleitet durch ein sich selbst untertreibendes Pianospiel, zurückhaltend ergänzt durch spärliche Drums und ein wenig Gitarre.
"Silent moment" ist die erste Single von So Soon, der Band der beiden Multiinstrumentalisten David Stöbener und Marco Braun. "Silent moment" ist handgeschraubte Musik, die ihr auf der kommenden Debüt-EP von So Soon finden werdet, die ganz bald am 01. Juli erscheinen wird.

www.instagram.com/sosoon_sosoon

Ragga 2 update

Offensichtlich per Messengerdienst verabredeten sich Jay Darkside und die Ragga Twins zum gemeinsamen Musizieren. Was für eine geniale Idee! Das Hackney Reggae-Jungle MC-Duo Ragga Twins ist seit den 80ern im Geschäft, um beständig Jungle, Drum'n'Bass und Garage zu unwiderstehlichem Sound zu verschmelzen. Und man sieht: Das schaffen sie auch heute noch mit veteraner Leichtigkeit.
Das macht sich Producer Jay Darkside gern zunutze und fabriziert mit "Follow we" flugs einen großartigen Breakbeat-Drum'n'Bass-Edit des nicht minder genialen Tunes "Follow fashion", den die Twins gemeinsam mit Wrongtom vor fünf Jahren veröffentlichten.
Solche Tracks wünscht man sich zum Geburtstag!

www.instagram.com/jay.darkside

Der Ton macht die Musik

Das hört sich verdammt nach britischem Soul an, was JISKA auf unsere playlist schmuggelt. Dieser very british sound kommt aber aus Stuttgart und wird in Mannheim verfeinert, denn JISKA gehört in diesem Jahr zum Bandpool der dortigen Popakademie. Der Bandpool ist in der Musik so etwas wie die U21 des DFB.
JISKAs Song "Wings" ist der erste Track der Debüt-EP der jungen Stuttgarterin. Sehr gefühlig im Gesang, nicht aber ohne eine Rotzigkeit im Ausdruck, die in der Zeile gipfelt: "To be honest boy / the best part of my song was your absence". Der Ton macht die Musik!
Die Debüt-EP "Wild blue yonder" erscheint am 01. Juli.

www.jiska.org