Grandbrothers - All the unknown

grandbrohers alltheunknownWarum ich zwei Monate nach Erscheinungsdatum eine Plattenkritk schreibe, obwohl jeder weiß, das ist im Musikbusiness kurz vorm Verfallsdatum? Weil ich eine Ausrede habe.

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Blow your mind

Ein Pulli akkurat in die Bundfaltenhose gesteckt, ein Goldkettchen und ein Jeansoverall. Saté-Spieße...mannomann...ist das Retro! Ihr dürft das bewundern im neuen Clip von Blow. Die Franzosen haben ihr Portfolio überarbeitet und warten nun auf mit Oldschool-Soulpop. Das ist absolut ohrwurmverdächtig. „Full delight“ ist genauso gemeint und die Band sagt dazu:“Dark lyrics on light music.“
Da geht was ab. Etwas auf das wir uns freuen dürfen. Die Albumankündigung ist jetzt auf dem Tisch, wenn auch terminlich noch unbestimmt. Egal. Gönnt euch bis dahin die pure Freude mit „Full delight“.

www.instagram.com/blow_band

Rock'n'Roll 2021

Dass Rock'n'Roll mit Kontrabass und einer singenden Surf-Gitarre nicht aus der Zeit gefallen sein muss, beweist das deutsch-britische Duo The Voo. Die althergebrachte Musik wird von The Voo auf ein aktuelles Level gehoben und klingt dadurch ganz neu. Dafür benutzen Andrew Krell und Benjamin Galliers eine Menge Effektpedale und Loop-Maschinen, wodurch ihr Sound eine angenehm psychedelische Komponente bekommt. Das verführt das Duo aus Hamburg, der Musik den Stempel Dream Rock'n'Roll aufzudrücken, denn das Kind braucht einen Namen.
"Caught up in your ways" ist aber keineswegs Musik für den Schlafwagen, denn The Voo gelingt es, den Song mit spannenden Sounds aufzuladen ohne den bekannten Weg des Rock'n'Roll zu verlassen.
Es ist die erste Single der Hamburger und deutet darauf hin, dass wir von den Jungs noch 'ne Menge erwarten dürfen. The Voo scheinen auf dem besten Weg, Rock'nRoll, Blues und Surfsounds eine Wiederbelebung allererster Güte zu verpassen.

www.instagram.com/_the_voo_

Das wird teuer

Es ist schon so lang her, dass Felix de Luxe losfuhr. Mit einem Taxi nach Paris. Insofern ist es längst überfällig, dass sich mal wieder jemand auf den Weg macht. Fast 40 Jahre nach Felix begibt sich nun also Joey auf die Reise. 2021 heißt das natürlich "Uber nach Paris" und ist deutscher Rap ganz ohne Gangster.
Joey Bargeld ist vor Jahren gestartet im Schatten von Trettmann, hat drei beachtenswerte EPs mit KitschKrieg veröffentlicht und sich so in der Szene etabliert. "Uber nach Paris" ist verbunden mit der Ankündigung einer weiteren EP des Hamburgers, der sich gern mehr als der Punk als der Rapper sieht. Aber keine Berührungsangst: "Uber nach Paris" ist gut verdaulicher HipHop. Gern auch zum Mitsingen. Wie einst das "Taxi nach Paris".

www.joeybargeld.de

Irgendwo singt der Wal

Beschreibt ein Musiker sein Werk als entrückt und losgelöst von Pop- und Jazzstrukturen, wird sein Anspruch keinesfalls sein, einen Verkaufsschlager in die Läden zu bringen. Folgerichtig veröffentlicht Tortusa mit „Bre“ ein sehr persönliches Album, in dem nordischer Wind, Holzboote, Blech und Vogelstimmen wesentliche Rollen spielen.
Deren Geräusche hat der US-stämmige Norweger in Kalifornien, Italien und Norwegen aufgezeichnet. Anschließend mit Samplern, Loop-Stationen und modularen Synthesizern bearbeitet und in ein polarlichterndes, elektroakustisches Flirren verwandelt, welches tatsächlich nicht jedermanns Ansprüche an Musik erfüllen wird.
„Bre“ erfordert aktive Beteiligung des Hörers, weil auch die eigens vom Dichter Erlend Wichne kreierten Titel der 12 Stücke eine Geschichte erzählen sollen, „aber nur Teile davon, damit der Hörer sie selbst deuten kann“, wie John Derek Bishop aka Tortusa meint.
Also dann mal flugs norwegisch gelernt, die Vogel-App bereit machen und sich in das morgen erscheinende „Bre“ vertiefen.

www.bishop.no

Anleitung zum Glücklichsein

tiawa„Ich hoffe, der Song macht die Leute glücklich, wenn sie ihn hören. Das ist die Hauptsache“, sagt Tia-Awa Blackhorse, die den Track „Shine bright“ unter ihrem Pseudonym Tiawa just veröffentlicht hat.
Die Chancen stehen sehr gut, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht. „Shine bright“ ist ein wunderhübsches Stück Musik, das punktet mit diesem unwiderstehlichen Fender Rhodes Loop, der irgendwo zwischen Bahia und Kingston festhängt. Überhaupt bietet der Song eine Menge zu entdecken, denn Einflüsse hat er reichlich. Neben den klasse Rhodes sind es die rap-style vocals mit einem Soultouch, die bewirken, dass „Shine bright“ zwischen Neo-Soul, Jazz und HipHop mäandert und von einigen deshalb bereits als purer Trip-Hop gefeiert wird.
Das lässt viel erwarten von der britischen Newcomerin. Hört selbst rein.