In memoriam Fela Anikulapo Kuti

fela kutiHeute vor 23 Jahren starb der vermeintliche Erfinder des Afrobeats: Fela Anikulapo Kuti. Wenige Jahre zuvor spielte Femi Kuti, der bereits damals als Musiker etablierte Sohn, in Dortmund. Es war eine große Party.

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Beat im Birkenholz

Weiß noch jemand, was Kriegsdienstverweigerer waren? Das waren Menschen, die Musik hörten wie sie heute die junge Hamburger Band Deep Dyed spielt. Das ist Lo-Fi für den Lodenmantel, Beat im Birkenholz. Die erste EP von Deep Dyed atmet den Geist der Sixties. Und hey: Guckt da nicht Jim Morrison hinterm Vorhang hervor?
Die drei Jungs und das Hamburger Mädchen Aylin arbeiten mit kräftigen Gitarren voller Melodien und hängen mit ihren Songs immer sehr gekonnt auf der Kante zwischen verträumt und psychedelisch. Leicht schwebend, eine Handbreit über dem Boden so wie es einst Salman Rushdie ein ganzes Buch lang beschrieb.
Die sechs Stücke der EP hören sich in Gesang und Gitarren absolut harmonisch an, obwohl es Deep Dyed tatsächlich erst seit Oktober 2019 gibt. Die EP war schnell aufgenommen, in Eigenregie und innerhalb einer Woche. Da ist aber nichts zusammengeschustert, weshalb das umtriebige Hamburger Label La Pochette Surprise die Band sofort unter die Fittiche nahm.

Deep Dyed veröffentlichen heute die gleichnamige EP bei La Pochette Surprise.

www.instagram.com/deepdyedband

 

Beabadoobee - Schön rotzig

Man muss dieser Musikerin zunächst zu ihrem Namen gratulieren. Es gibt wenige Namen, die so deutlich machen, womit man sein Geld verdient. Als hieße mein Zahnarzt Wurzel B. Handlung. Man kann Beabadoobee aber gleich im Anschluss zu ihrer Musik beglückwünschen. Klasse Gitarrenmusik mit 90er Touch und hohem Shoegaze-Verdacht.
Dazu passt der Auftritt der jungen Britin perfekt, die ihr Image als Rotzlöffel hegt und pflegt. Das ist ein stimmiges Gesamtbild, dass sich auch im kommenden Debütalbum von Beabadoobee manifestiert. "Fake it flowers" heißt es und wird auf jeden Fall noch 2020 bei Dirty Hit Records erscheinen.
Doch was heißt schon Debütalbum. Trotz ihrer erst 20 Jahre hat Bea bereits eine beachtliche Karriere. Da stehen drei EPs und eine ausverkaufte Headliner-Tour, dazu eine Nominierung bei den Brit Awards als "Risng star". Das ist mehr als Vorschußlorbeeren. Denn die Frau zahlt auch zurück. Der erste Track aus dem kommenden Album ist ein echtes Brett, das zeigt: Unterschätzt Beabadoobee mit ihrer netten Stimme keinesfalls!
"Care" dürft ihr heute ab 21.00 Uhr in einer YouTube's Red Carpet Premiere mit Live-Übertragung von Bea zum ersten Mal hören.

wwww.soundcloud.com/beabadoobee

Foto: Callum Harrison

Sophies-ticated sound

Über das neue Album der jungen Schweizerin Sophie Hunger habe ich euch bereits in Kenntnis gesetzt. Und erwähne nur der Vollständigkeit halber, dass "Halluzinationen" am 28. Augist bei Caroline International erscheinen wird.
Ihr wisst also Bescheid und weitere Worte müssten nicht verloren werden. Wenn jetzt nicht eine weitere Single aus dem Werk ausgekoppelt werden würde. "Alpha venom" heißt der neueste Track und zeigt die ganze Vielseitigkeit von Sophie. "Alpha venom" ist ein vertrackter Song mit Krautrock-Attitüde und rumpeliger Elektronik, die an an selige NDW-Zeiten erinnert. Dazu ein großartiges, herrlich schräges Gitarrensolo.
Alles ist festgehalten in einem sehr sehenswerten Live-Session-Video. Coole Bilder, cooler Sound, coole Frau. Man wird wohl nicht anders können als im August "Halluzinationen" zu kaufen.

www.sophiehunger.com

 

Hört endlich auf damit!

Eigentlich sollten The Dirty Nil diesen Song zu Sylvester veröffentlichen. Dieser Tag, von dem an Zigaretten weggeworfen werden, unedlich viel Sport gemacht und auf Alkohol verzichtet wird. Doch "Done with drugs" ist die aktuelle Single der druckvollen kanadischen Combo mit dem Sound brettharter Gitarren.
Anlass zu diesem vermeintlichen Ausflug in die Askese ist der anstehende 30. Geburtstag von Frontmann Luke Bentham. Luke hat sich im Vorfeld dieses einschneidenden Datums mit Social media posts beschäftigt, in denen ganz ganz vernünftige Menschen mitteilen, dass es nun endlich vorbei ist mit Nutella und kandierten Mandeln und was es sonst noch für hässliche Drogen gibt. Als Alternativen dazu bringt Bentham einen Einkaufsbummel bei Ikea oder regelmäßiges Jiujitsu ins Spiel. Boah, das wird hart.
Bis ihr aber damit anfangt, tut euch nochmal den Power-Pop von The Dirty Nil rein. Wenn dann irgendwann demnächst das neue Album des Trios erscheint, seid ihr schon bessere Menschen ohne schlechte Angewohnheiten und mit leistungsfähigem Körper.

www.thedirtynil.com

Mal kurz nach New York

Jonathan Richman & The Modern Lovers....ahh... ich schwelge und denke an den unvergessenen "Egyptian Reggae" dieser Band, der mit Reggae nicht wirklich was zu tun hatte, aber dennoch so unendlich cool war. Und jetzt kommt mir dieser Song wieder in den Sinn. Nur wegen JW Francis. Denn Jonathan Richman war ein typischer Vertreter des New Yorker Sounds, den JW Francis nun in die Gegenwart transportiert.
Francis hat jetzt bezeichnenderweise bei Sunday Best Recordings unterzeichnet und dieses britische Label stellt den Mann mit "New York" ins Schaufenster. Ein wahnsinnig guter Understatement-Song, der wie Folk auf Droge klingt und mit Gitarren daherkommt, die an Lou Reed erinnern. Und bald veröffentlicht der lizensierte New-York-Tour-Guide sein Debütalbum bei Sunday Best. Allerdings ist JW kein unbeschriebenes Blatt, hat er doch seit Jahren schon großartige Songs wie "Is that the one" oder "Lofi" veröffentlicht. Trotzdem: Wir freuen uns auf sein "Debüt".

www.soundcloud.com/jw_francis