Funky Reggae Party

lightning headBereits vor einigen Tagen ist ein Re-Release von Lightning Head auf den Markt gekommen, den man schnell übersieht, aber keinesfalls übersehen sollte. Tru Thoughts Records aus Brighton hat Lightning Head aka Glyn "Bigga" Bush eine Lücke angeboten, die dieser mit der erneuten Veröffentlichung von "Studio Don" mehr als gefüllt hat.
Bereits 2002 erstmals bei Sonar Kollektiv in Berlin veröffentlicht, vollziehen die Tracks eine sehr sehr coole Fusion von Funk, Latin und Reggae. Bush sagt, die Idee dahinter sei gewesen, "sich eine Fremdbestäubung der Musik von Kuba und Jamaika vorzustellen".
Doch geht der Ansatz noch weiter, schließlich bezieht Lightning Head die Südstaaten der USA ebenso mit ein. Und so ist "Studio Don" vollgepackt mit funky Gitarrenriffs, Reggae-Off-Beats, Latin Piano Lines und dubbigen Bässen. Mit "Superfunky bird" ist ein Track dabei, der seinen Titel aber sowas von verdient hat und auch "Me & me princess" ist hardcore funky. Gutes von gestern!

www.biggabush.co.uk

Schamlos nach Neufundland

Jetzt ist es draußen. Das zweite Album der Kölner Band Neufundland. Einfach "Scham" betitelt. Darauf 12 Songs, von denen es nicht ein einziger in die Playlist der deutschen Nationalmannschaft schaffen wird. Gott sei Dank! Auch Böhmermann wird seine Häme nicht über "Scham" auskübeln müssen. Denn endlich gibt es mit Neufundland wieder deutsche Popmusik mit lyrischen  Anspruch und krachenden Gitarren.
Eine Menge schambehaftete Themen hat Neufundland in Songs wie "Eine Nagelbombe später", "Staub der Verlierer" oder "Die Nacht ist jung" untergebracht und in hochwertigem Gitarrenpop mit Rockattitüde verpackt. Fühlt sich beim Auspacken fast an wie Weihnachten.

www.instagram.com/neufundland_hallo

Moyka aus den Wäldern

Die Akustik-Version von "Colder" ist schön fokussiert auf die glasklare Stimme von Moyka. Aber diese Version der ersten Single ist nicht das, was man wirklich von Moyka bekommt. Die sehr junge Norwegerin aus den Wäldern des Hallingdaltals steht für synthie-basierte Elektronik, die sie mit dieser bekannten, nordischen Melancholie verschmilzt.
Die Liebe zum leicht 80er-gefärbten Synthiesound entstand während des Studiums der Musikproduktion in Bergen. Dort lernte sie sehr schnell, wie man sich "ein eigenes, mystisches und synthie-basiertes Universum" erschafft. Wer also den echten Output der 21-jährigen Sängerin und Produzentin kennenlernen möchte, sollte sich die Originalversion von "Colder" anhören oder auch die zweite, aktuelle Single "Bones" und damit rechnen, nicht mehr stillsitzen zu können.

Floorfiller-Sounds aus dem hohen Norden!

www.instagram.com/moykamusic

Traurig tanzen mit Max Jury

"Ich habe mein ganzes Leben damit verbracht, am Klavier zu sitzen und traurige Lieder zu spielen", sagt Max Jury von sich selbst. Diese gewisse Melancholik spürt man auch bei Max' zweitem Album, das morgen erscheint. "Modern world" besitzt tieftraurige Momente wie beispielsweise bei "Gone" oder "Burning through you", aber auch schwer groovende Passagen. Da ist an erster Stelle der Opener "Sweet lie" zu nennen, der auch den Beginn der Zusammenarbeit von Max und dem Produzenten Robin Hannibal markiert. Hannibal, der vielleicht am bekanntesten ist für sein Co-Writing auf Kendrick Lamars "Bitch, don't kill my vibe".
Hannibal fügte Jurys Sound diesen Neo-Soul-Touch hinzu, der "Modern world" ausgesprochen gut tut. Dieses Soulfeeling wird perfekt inszeniert von den angesehenen Sessionmusikern Joel van Dijk an der Gitarre, Schlagzeuger Bill Campbell und Bassist Thomas Drayton, mit denen Max Jury "Modern world" einspielen durfte.
Der obige Clip zeigt Max aber von seiner sehr gefühligen Seite, mit einer Akustik(Mahogany)-Version der Single "Sweet lie", die sehr schön Max' Talente betont.

www.maxjury.com

Omas Klavier und Kochlöffel

hukkelbergHanne Hukkelberg hat ihr neues Album "Birthmark" auf dem alten Klavier von Oma komponiert. Vielleicht hat Hanne sich auch deshalb an ihre Tage als Teenager zurück erinnert, als R'n'B und Soul ganz hoch in ihrer Gunst standen.
Und daher wird das neue Album der Norwegerin facettenreich zwischen Jazz und abseitigem Pop pendeln. Hinzu kommt Hukkelbergs Liebe zu field recordings. Viele der Percussionssounds auf "Birthmark" stammen von Haushalts- und Küchengegenständen. Im Zentrum des Albums steht aber erneut die wandelbare Stimme der erfahrenen Musikerin und Produzentin.
"Birthmark" erscheint erst im August. Aber schon jetzt gibt es die erste Single "Crazy". Ein Großteil dieses Songs ist bei einer spontanen Jam-Session entstanden. Hanne hat diese Session im Backstagebereich mitgeschnitten als sie mit ihrer Band in Göteborg unterwegs war. Und ihr dürft raten, von welchem Haushaltsgerät des Backstagebereiches dieses Pling im Refrain stammt...

www.hannehukkelberg.com

Foto: Mike R. Cruz-Angeles

Listen...aber ganz genau

Denn diejenigen, die an Pieces of a Man vorbeihören, werden etwas verpassen. Sie werden eine ganz coole Souljazzfunk-Band aus Manchester verpassen, die mit "Listen" jetzt gerade ihre zweite Single vorlegt. Ein Track, der auf völlig Soul und Funk vertraut und ganz fett groovt. Der Sound von Pieces of a Man ist schwer inspiriert von P- und G-Funk, von George Clinton und Quincy Jones. "Listen" wartet mit unglaublichen Synthie- und Rhodes-Riffs auf, die in der Studioversion mit knackigen Bläsern kombiniert werden.
Der obige Clip zeigt eine Live-Studio-Session, die in den Oxygene Studios in Manchester eingespielt wurde. Die Band um Sänger To!u und Keyboarder Pils - deren Name vermutlich auf das erste Album von Gil Scott-Heron zurückgeht -  wird am 12. Juli das eigene Debütalbum "Made in pieces" bei Tru Thought Records veröffentlichen. Unbedingt im Kalender rot anstreichen!

www.piecesofaman.org